Atomkraft, wie bitte?
Die Debatte um Atomkraft bleibt ein hochaktuelles Thema. Das zeigte sich beim Vortrag des Bund Naturschutz in der Pension Waldfrieden, den zahlreiche Interessierte nutzten um sich sachlich über die Chancen und Risiken der Kernenergie zu informieren.
Der Kreisvorsitzende Werner Schubert eröffnete den Abend mit einem eindringlichen Appell zur Strahlensicherheit. Als ehemaliger Strahlenschutzbeauftragter verwies er auf die langfristigen Folgen nuklearer Unfälle. „Die Katastrophe von Tschernobyl zeigt bis heute ihre Auswirkungen” warnte er.
Referent Christopher Thieser, BUND-Energielotse, beleuchtete in seinem 45-minütigen Vortrag verschiedene Aspekte der Atomenergie, unter anderem die Funktionsweise eines Kernreaktors, die Herkunft und Gewinnung der verwendeten Rohstoffe sowie die Problematik der Aufbereitung und Endlagerung. Besonders die wirtschaftlichen Aspekte und technischen Herausforderungen stießen auf Interesse. „Atomkraft ist im Vergleich zu andere Stromerzeugungsarten teuer, unflexibel und birgt noch ungelöste Probleme“, betonte Thieser. Zudem verwies er auf die Überalterung bestehender Anlagen und eine zunehmende Problematik durch Kühlwassermangel im Zuge der Klimakrise.
Neben den Vorteilen der Atomkraft wurden im Rahmen der SWOT-Analyse auch die Risiken betrachtet. Demgegenüber stellte Thieser die Konkurrenz durch den Fortschritt bei den erneuerbaren Energien heraus. Durch ihre im Vergleich zur Atomenergie geringeren und weiter sinkenden Kosten, kürzere Bauzeiten und innovative Technologien haben Wind- und Solarenergie eine deutlich höhere Wettbewerbsfähigkeit. „Erneuerbare Energien bieten eine sichere, nachhaltige und wirtschaftlich tragfähige sowie regionale Alternative deren Probleme jetzt schon alle technisch lösbar sind“, erklärte er.
Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie wichtig eine fundierte Auseinandersetzung mit dem Thema ist. Der Fachvortrag bot eine gute Gelegenheit zur sachlichen Debatte und trug zur Meinungsbildung bei.