Mit schneidiger Musik überbrückten Lina und Merlin die Pausen beim Seniorennachmittag im Pfarrheim Niedermurach. (Bild: Josef Böhm)

Fröhlich-heitere Stunden für die Senioren der Pfarrei Niedermurach

Der Heiterkeit sollen wir, wenn sie sich einstellt, Tür und Tor öffnen, denn sie kommt nie zur unrechten Zeit.” In Anlehnung an diesen Ausspruch von Arthur Schopenhauer standen den Senioren der Pfarrei Niedermurach und der Expositur Pertolzhofen die Türen des Pfarrheims St. Martin in Niedermurach offen, um hier ein paar Stunden des Frohsinns und der Heiterkeit zu verbringen. Der Pfarrgemeinderat Niedermurach hatte zum „Faschingskranzl” eingeladen und das Organisationsteam mit Claudia Böhm, Erika Rückl, Lisa Fischer und Monika Stepper hatten dazu mit Kaffee und Kuchen vorbereitet. Claudia Böhm hieß die Gäste willkommen und freute sich über den Besuch von Pfarrer Herbert Rösl, Pfarrvikar Kenneth Onuoha und Ruhestandspfarrer Max Stigler. Zwei Sketche gaben Pfarrer Max Stigler und Mesnerin Renate Pflug zum Besten. Beim ersten Sketch „Sensationeller Kartoffelanbau” ging es um ein Interview zwischen einem Bauern und einer wenig sachkundigen Agraringenieurin am Rand eines Kartoffelackers. Als der Bauer die fehlenden Fachkenntnisse der Berlinerin bemerkte, tischte er ihr mit seiner Schlitzohrigkeit sensationelle Anbau- und Ernteerfolge auf. Im zweiten Sketch sinnierten ein Bauer und seine Frau über die Frage „Wie wird's wohl im Himmel sein?”. Täglich Alleluja singen war nichts für ihn, lieber würde er Holz hacken. Und auf G'selchtes und Schweinsbraten mit Knödel wolle er auch nicht verzichten. Der höchst amüsante Diskurs weitete sich schließlich auf das gesamte himmlische Leben aus, natürlich aus irdischer Sicht. Beide Sketche lösten große Heiterkeit bei den Gästen aus, die entsprechenden Beifall spendeten. Zur Abwechslung bekamen die Besucher Bilder aus dem Nachlass von Pfarrer Kraus über Faschingsveranstaltungen der Landjugend und vom Schulfasching aus den 1960er und 1970er Jahren zu sehen. Die Pausen dazwischen überbrückten Lina und Merlin mit schneidiger Volksmusik. Für die Besucher war es fröhlicher Nachmittag, dem das PGR-Organisationsteam und die Akteure dem Frohsinn und dem Lachen richtig Vorschub leisteten
Schon seit mehreren Jahren gestaltet das Ehepaar Michaela und Thomas Müller (am Ambo) mit stets neuen Ideen die Feier zum Valentinstag in der Pfarrkirche. Im Bild links Pfarrvikar Kenneth Onuoha, im Hintergrund die Chorgemeinschaft „Venite“. Ehepaare brachten die Gegenstände im Vordergrund an den Altar, die als symbolhafte Zeichen für das alltägliche Miteinander stehen.  (Bild: Josef Böhm)

Valentinsfeier in Niedermurach: Alltagswasser in Festtagswein verwandeln

Der Valentinstag kann weit mehr sein als nur ein Tag mit netten Geschenken für Verliebte, Verlobte und verheiratete Paare. Bei einem Wortgottesdienst zu Ehren des heiligen Valentin in der Pfarrkirche St. Martin Niedermurach konnten die Besucher in die Tiefe gehende Gedanken und Anregungen für ein gelingendes gemeinsames Leben erfahren. In seiner Begrüßung betonte Pfarrvikar Kenneth Onuoha: „Es gibt so viele Möglichkeiten, die Liebe zu leben. Besonders die Dankbarkeit für eine gelungene Beziehung soll hier ihren Platz haben.” Mit dem Gedicht „Ich wünsch dir Liebe” von Gisela Bates stimmte Michaela Müller auf diesen besonderen Abend ein. In seiner Einführung warf Thomas Müller einen Blick auf das immer wiederkehrende menschliche Auf und Ab in der Partnerschaft: „In eurem Beziehungsleben wisst ihr sicherlich um die Gezeiten der Liebe und es ist gut, diesen Rhythmus akzeptieren zu lernen.” Ein Zweizeiler aus dem Lied „Liebe das Leben” von Kurt Mikula umschreibt dies treffend: „Lachen und Weinen, Freude und Leid, alles im Leben hat seine Zeit.” Das Evangelium von der Hochzeit in Kana, wo Jesus Wasser zu Wein verwandelte, bildete den Mittelpunkt der Betrachtungen von Michaela und Thomas Müller. Im Alltag könne durch Anforderungen im Beruf, mit Kindern, Eltern, Enkeln, Ehrenämtern die Partnerschaft leiden und Liebeskrüge leer werden. Kleine Gesten und zugewandte Augenblicke, die dem Partner spüren lassen, du bist für mich da, sind geradezu unfehlbare Mittel, die Liebeskrüge wieder mit Alltagswasser zu füllen. Mit Achtsamkeit und Aufmerksamkeit, Liebe und Zuneigung zum Ausdruck zu bringen, könne das gesammelte Alltagswasser des täglichen Lebens in Festtagswein der persönlichen Beziehung verwandeln. Mit einfühlsamen Liedern bereicherten die Chorgemeinschaft „Venite” und Solosängerin Magdalena Prey diese eindrucksvolle und tiefgreifende Valentinsfeier der besonderen Art. Diese fand ihre weltliche Fortsetzung im Pfarrheim, wo die Besucher in geselliger Runde auf die Liebe und das Leben anstoßen durften.
Auch die Schar der Niedermuracher Sternsinger sind durch ihre Bereitschaft, Spenden zu sammeln, ein Segen für all jene Kinder, denen es an allem mangelt. Mit im Bild links Mesnerin Renate Pflug und Pfarrer Herbert Rösl (etwas verdeckt) und rechts Ruhestandspfarrer Max Stigler.  (Bild: Josef Böhm)

Auch Niedermuracher Sternsinger verhelfen Kindern zu ihren Rechten

1846 als „Werk der heiligen Kindheit“ in Aachen gegründet und so manchen noch als „Kindheit-Jesu-Verein“ bekannt, entwickelte es sich zum Kindermissionswerk „Die Sternsinger“, das heute die weltweit größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder durchführt. Seit 25 Jahren sind auch die Ministranten der Pfarrei Niedermurach als Sternsinger zum Spenden sammeln und Segen bringen unterwegs. 2001 von Pfarrer Leo Heinrich ins Leben gerufen sammelten sie in dieser Zeit viele tausend D-Mark und Euro für Not leidende Kinder. Am Vorabend des Drei-König-Tages sandte Pfarrer Herbert Rösl die Schar der Niedermuracher Sternsinger in die Pfarrei aus: „Herr, segne diese Sternsinger, die deinen Segen in die Häuser tragen und öffne die Herzen und Hände der Menschen, dass sie durch ihre Spenden das Licht des Glaubens und der Hoffnung in die Welt tragen.“ Gerade bei dieser Aktion könne jeder ein deutliches Zeichen der Nächstenliebe setzen. In acht Gruppen waren dann die Sternsinger am Drei-Königs-Tag unterwegs, sammelten Spenden und brachten als Gesegnete den Segen Gottes in Häuser und Wohnungen. Kenia und Kolumbien sind die Beispielländer der diesjährigen Aktion des katholischen Hilfswerks unter dem Motto „Erhebt eure Stimme! Sternsingen für Kinderrechte.“ Dabei geht es vor allem um das Recht der Kinder auf Gesundheit und Bildung, Schutz im Krieg und auf der Flucht, auf gewaltfreie Erziehung und Beteiligung an einem kindgerechten und menschenwürdigen Leben. Der Einsatz der Sternsinger ist erwiesener Maßen ein wahrer Segen für Kinder, die Vernachlässigung, Benachteiligung und Gewalt ausgesetzt sind.
Drei Buben und zwei Mädchen wurden beim Kirchenpatrozinium in die Ministrantengemeinschaft aufgenommen (vorne von links): Veronica Gilch, Stefan Scheuerer, Sophia Obendorfer, Johannes Martzak und Sebastian Straller, außerdem der ausscheidende Ministrant Paul Reitzig (zweite Reihe, Mitte), zusammen mit Pfarrer Herbert Rösl, Mesnerin Renate Pflug (links) und Ruhestandspfarrer Max Stigler (rechts) sowie die diensthabenden Ministranten. (Bild: Josef Böhm)

Neue Ministranten bereit für ehrenvollen Dienst

Mit der Feier des Kirchenpatrons Sankt Martin beging die Pfarrei Niedermurach ihren ganz besonderen Festtag im Kirchenjahr. Außerdem erfolgte beim Festgottesdienst die Aufnahme von drei Buben und zwei Mädchen in die Gemeinschaft der Ministranten. Die Ministranten befinden sich bei verschiedenen Anlässen in tragenden Rollen, wie zum Beispiel mit Weihrauchfass, Kerzenleuchter, Weihwasser und Vortragekreuz. In seiner Ansprache hob Pfarrer Herbert Rösl die gleichermaßen wichtige wie ehrenvolle Aufgabe des Ministrantendienstes hervor. Dienst am Altar sei ein Dienen für den Priester, für die Pfarrgemeinde, letztlich aber für Jesus Christus. Nach einem gemeinsamen Gebet der neuen „Minis“ besiegelte Pfarrer Herbert Rösl mit einem Händedruck ihre Aufnahme in die Ministrantengemeinschaft. Mit guten Wünschen überreichte Mesnerin Renate Pflug ihnen die Ministrantenausweise. Am Ende des Festgottesdienstes verabschiedete Pfarrer Herbert Rösl den ausscheidenden Ministranten Paul Reitzig. Im Namen der ganzen Pfarrgemeinde dankte er ihm für seinen langjährig geleisteten verantwortungsvollen Dienst zu allen kirchlichen Anlässen. Mit einem Erinnerungsgeschenk und Gottes Segen für seine Zukunft verabschiedete ihn der Ortspfarrer. Mesnerin Renate Pflug dankte Paul Reitzig für seine stets zuverlässigen und treuen Dienste sowohl am Altar als auch für die Ministrantengruppe. In den acht Jahren seiner Dienstzeit habe er kein einziges Mal unentschuldigt gefehlt. Zur Erinnerung überreichte sie ihm eine gerahmte Fotocollage mit Bildern aus seiner persönlichen Ministrantenzeit. Für die Pfarrei Niedermurach verrichten aktuell 34 Ministranten (24 Buben, 10 Mädchen) den Dienst am Altar. Ein Dienst, der Anerkennung verdient, verlangt er doch von den Kindern und Jugendlichen ein hohes Maß an Pünktlichkeit, Disziplin und Verlässlichkeit – und das in ihrer Freizeit.
Beim Gottesdienst zum Patroziniumsfest lud Pfarrer Herbert Rösl die Kinder ein, sich beim „Vater unser“ mit den Ministranten um den Altar zu versammeln und die Erwachsenen, den Mittelgang aufzufüllen, um so – symbolisch gesehen – das Trennende zu überwinden. (Bild: Josef Böhm)

Patrozinium kirchlich und weltlich gefeiert

Sankt Martin – Soldat, Asket, Menschenfreund, so wird er als einer der bekanntesten Heiligen treffend beschrieben. Die Pfarrgemeinde Niedermurach feierte ihn als ihren Patron der Pfarrkirche, in der mehrere Deckengemälde an sein Leben erinnern. Der heilige Martin gilt als Vorbild der Nächstenliebe und wird als Ikone der Barmherzigkeit bezeichnet. Das Hauptaltarbild mit der Mantelteilung bedarf keiner Erklärung, es spricht für sich selbst. Es unterstreicht das gütige Herz des Soldaten Martin, der eben nicht an diesem armseligen Bettler vorüberzieht, ohne vorher mit diesem zu teilen. Ein deutliches Zeichen, vom eigenen Überfluss an die etwas abgeben, die – aus welchen Gründen auch immer – gar nichts haben. Pfarrer Herbert Rösl appellierte an die Gläubigen: „Bitten wir Gott um ein großzügiges Herz, damit wir zum Wohl unserer Mitmenschen teilen.“ Vor dem Hintergrund des Weihejubiläums, das in eine Zeit falle, in der Kirche und Welt ins Wanken geraten sind, stellte Pfarrer Herbert Rösl die Frage: „Wo sind wir als Kirche unglaubwürdig geworden? Sind Kirche und auch wir selbst mehr Schein als Sein?“ Sich am Willen Gottes zu orientieren bringe Hoffnung für die Zukunft. Die Vereine der Pfarrei mit ihren Fahnen sowie die Chorgemeinschaft „Venite“ bereicherten den Gottesdienst auf festliche Weise. Im Pfarrheim St. Martin setzte sich das Patroziniumsfest weltlich fort. Mit Frühschoppen, Weißwurstfrühstück, Kürbis- und Gulaschsuppe sowie frischem Brot aus dem neuen Dorfbackofen, Kaffee und Kuchen ließen viele Familien ihre Küche kalt. Die Kinder durften an einer Bastelstunde teilnehmen und die Erwachsenen konnten sich in einer Bilderschau an die Außenrenovierung der Pfarrkirche vor 22 Jahren erinnern. In Anlehnung an das Weihejubiläum folgten viele Kinder dem Aufruf und malten sehr schöne Bilder vom Gotteshaus, die dort auch noch zur Ausstellung kommen
Professionelle Anweisungen und Tipps für einen harmonischen Chorgesang erhielten die Sängerinnen und Sänger der verschiedenen Chöre von der Komponistin und Liedermacherin Kathi Stimmer-Salzeder (am Mikrofon).  (Bild: Irmgard Glaser )

Komponistin hatte Kirchenchöre im Blick

Es gibt in Bayern wohl kaum einen Kirchenchor, der die Komponistin Kathi Stimmer-Salzeder und ihre Lieder nicht kennt. Sie ist vornehmlich für Kompositionen im Bereich des neuen geistlichen Liedguts bekannt. In München studierte sie Lehramt für Grund- und Hauptschulen mit Schwerpunkten Musik und Religion. CDs und Notenmaterial mit ihren Liedern vertreibt sie über ihren eigenen Verlag „Musik und Wort“. Hunderte von Liedern und Instrumentalstücken umfasst inzwischen ihr schöpferisches Werk. Pfarrgemeinderatssprecherin Irmgard Glaser schaffte es, die in Aschau am Inn wohnende Liedermacherin nach Niedermurach zu holen und begrüßte sie im Pfarrheimsaal. Acht zum Teil brandneue geistliche Lieder beinhaltete der Chorwerkstatt-Abend, der mit dem Motto „Singt dieser Zeit“ überschrieben war. Mit dieser Chorwerkstatt hatte Kathi Stimmer-Salzeder vor allem die Kirchenchöre im Blick. Rund 65 Sängerinnen und Sänger der Chorgemeinschaft „Venite“ Niedermurach, „Horizont“ und Kirchenchor Teunz, „Ganz und gar“ Dieterskirchen und dem Kirchenchor Thanstein ließen sich die Begegnung mit dieser namhaften Künstlerin nicht entgehen. Anweisungen für die verschiedenen Stimmlagen und Probesingen von Tenor bis Bass markierten den Einstieg in den Singabend. Mit ihren eigenen Gesangsvorgaben und Wiederholungen schwieriger Notenpassagen durch die Chorsänger versuchte Kathi den Klang des Zusammensingens immer mehr zu verfeinern. Sie hatte den Maßstab für Harmonie im guten Chorgesang ziemlich anspruchsvoll angesetzt. Wertvolle Tipps dazu fehlten natürlich nicht. So war denn die Klangfülle von 65 Chormitgliedern sehr beeindruckend. Zwischen den einzelnen Liedern erzählte die Komponistin, wie durch Begebenheiten und Anstöße aus dem Leben heraus diese entstanden sind. „Beschwingt, einfühlsam, berührend“, wie eben die Gefühle und Farben des Lebens sind, ließen sich die zum Teil neuesten Kompositionen empfinden, in denen überzeugender Glaube zum Ausdruck kam. Selbst in christlichen Gebet- und Gesangsbüchern fanden mehrere ihrer Lieder Eingang. So ist es fast selbstverständlich, dass ins Repertoire von „Venite“, aber auch in das von anderen Chören, Lieder von Kathi Stimmer-Salzeder Einzug hielten. Die Teilnehmer waren begeistert von Kathis gleichermaßen ausdrucksstarken wie angenehmen Führung durch den Abend. Der Chorleiter von „Venite“, Martin Martzak, brachte es auf den Punkt: „Dieser außergewöhnlichen und hochkarätigen Künstlerin live zu begegnen, war ein ganz besonderes Erlebnis.“ Zum Abschluss dankten PGR-Sprecherin Irmgard Glaser und Pfarrer Herbert Rösl der sympathischen Komponistin für ihren kurzweiligen Chorwerkstatt-Abend.
Bruderschaftsfest mit Ehrungen in der Pfarrei Niedermurach.  (Bild: Josef Böhm)

Pfarrei Niedermurach ehrt Jubilare der Herz-Mariä-Bruderschaft

Nicht lautstark, sondern eher unauffällig kommen sie ihren Verpflichtungen in der Marienverehrung und der Anrufung der Fürsprache Mariens nach. Täglich ein „Ave Maria“ zu Ehren der Muttergottes und zur Bekehrung der Sünder zu beten sind zentraler Inhalt und Aufgabe von Mitgliedern der Herz-Mariä-Bruderschaft, die ein aktives Mitwirken im Leben der Pfarrgemeinde einschließt. Auch im 159. Jahr des Bestehens der Gebetsgemeinschaft hatte die Pfarrei Niedermurach die Jubilare zur Feier des Bruderschaftsfestes eingeladen. Monsignore BGR Johann Bauer aus Altendorf nannte die Mitfeier des Festgottesdienstes eine Herzensangelegenheit. „Nehmen wir uns Maria als Vorbild, um immer näher an Gottes Gegenwart heranzukommen, in der Gewissheit, dass Maria uns dabei hilfreich begleiten wird.“ Zur Ehrung waren die Jubilare nach der Eucharistiefeier ins Pfarrheim eingeladen. Dank und Anerkennung für ihre Treue zur Herz-Mariä-Bruderschaft der Pfarrei Niedermurach erfuhren die Mitglieder durch Ruhestandspfarrer Max Stigler (in Vertretung von Pfarrer Herbert Rösl) sowie Kirchenpfleger Jakob Kiener. Zur Erinnerung überreichten sie an die Jubilare je eine Urkunde und eine Kerze mit dem Motiv der Mutter Gottes aus dem farbigen Kirchenfenster, das 1890 die Mitglieder der Herz-Mariä-Bruderschaft stifteten. Auf jahrzehntelange Mitgliedschaft konnten 30 Jubilare blicken. 60 Jahre: Agnes Birner, Josef Böhm, Roswitha Ebnet, Anton Eckl, Josef Gleißner, Agnes Haas, Maria Hagl, Erna Hammerer, Elisabeth Kleber, Theresia Königsberger, Marianne Raab, Joseph Süß, Franziska Weber, Karl Wirth, Marianne Wittmann, Anna Ziereis. 65 Jahre: Anna Bauer, Rita Böhm, Margareta Igl, Marianne Seegerer, Martha Winklmann, Marianne Zitzmann. 70 Jahre: Josef Fuchs, Katharina Mayer, Erika Schlagenhaufer, Pfarrer Max Stigler. 75 Jahre: Edeltraud Trißl, Karl Zitzmann. 80 Jahre: Margareta Hollerith, Minna Neubauer. Den 13 verstorbenen Mitgliedern seit dem letzten Bruderschaftsfest galt das Gedenken der Versammelten. 183 Gläubige gehören derzeit zur Herz-Mariä-Bruderschaft der Pfarrei Niedermurach. Eine gesellige Runde mit guter Unterhaltung, Erinnerungen und Meinungsaustausch schloss sich dem offiziellen Teil an.
Schneidig spielten sie auf, die jungen Musikanten. Da durfte natürlich das Kultstück „Böhmischer Traum“ nicht fehlen.  (Bild: Josef Böhm)

Das Pfarrfest Niedermurach war ein Fest für Familien

Sonniges Wetter herrschte am Freitag, als die Vereine der Pfarrei das Zelt aufstellten und die Vorbereitungen für das Pfarrfest trafen. Das hereinbrechende Gewitter am Samstag bereitete den Verantwortlichen hinsichtlich der Wetterprognose doch ein wenig Kopfzerbrechen. Doch mit der Beendigung des Regens am Sonntagmorgen machte sich Zuversicht auf ein gutes Gelingen breit. Bereits beim Festgottesdienst mit der Chorgemeinschaft „Venite“ sprach Pfarrer Max Stigler allen Mitwirkenden bei Vorbereitung und Durchführung des Pfarrfestes seinen Dank aus. „Wenn jeder seine Fähigkeiten einbringt, schafft das eine fruchtbare Gemeinschaft, von der alle profitieren, denn jeder Dienst ist wichtig und willkommen.“ Gut gefüllt waren Zelt und Pfarrsaal beim Mittagessen, das zügig vom Küchenpersonal ausgegeben wurde. Musikalisch begleitete Renate Baier durch die Mittagszeit. Das Nachmittagsprogramm eröffneten Michaela Gleißner und Gabi Schäffer mit einer Vorlesestunde, die zahlreiche Kleinkinder anzog und faszinierte. Anschließend durften die Kinder basteln oder sich schminken lassen oder in der Hüpfburg austoben. Die Tombola der Ministranten war am Nachmittag bereits ausverkauft. Den Höhepunkt des Nachmittags bildeten die Auftritte vieler Nachwuchsmusiker(innen). PGR-Sprecherin Irmgard Glaser begrüßte die zahlreichen Gäste, unter ihnen auch Bürgermeister Martin Prey und die Rektorin der Grundschule Niedermurach Ortrud Sperl. Musiklehrer Stefan Karl aus Eslarn, der die Kinder und Jugendlichen aus der Gemeinde in Pertolzhofen unterrichtet, führte durch das Programm und stellte jeweils die Gruppen und Solisten vor. Den Auftakt sowie den Abschluss besorgte mit flotten Weisen eine Blasmusikgruppe. Dazwischen zeigten die Nachwuchsmusiker ihr Können auf Flöte, Klarinette, Querflöte, Saxophon, Klavier, Schlagzeug und Steirische. Die Gäste waren begeistert und honorierten die bemerkenswerten Leistungen mit großem Beifall, was dem Selbstvertrauen der Buben und Mädchen sicherlich gut tat. Das Pfarrfest, einmal mehr ein Fest für Familien mit Kindern, konnten die Gäste bei Kaffee und Kuchen oder Gegrilltem ausklingen lassen und dabei am späteren Nachmittag sogar noch Sonne pur genießen.
Die Teilnehmer am Mesnertreffen des Regionalverbandes Cham nach dem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Martin Niedermurach mit Regionaldekan Holger Kruschina und Ruhestandspfarrer Max Stigler (rechts) sowie Pfarrer Herbert Rösl (links) und Regionalverbandsvorsitzendem Josef Pflug (vorne Mitte).  (Bild: Josef Böhm)

Viele Informationen beim Mesnertreffen

Der Begriff „Mesner“ kommt vom lateinischen „Mansionarius“ und bedeutet Haushüter, im erweiterten Sinn Kirchenhüter. Mesner und Mesnerinnen sind jedoch weit mehr als die Hüter der Gotteshäuser. Sie gelten als die rechte Hand des Priesters, sind unentbehrliche Mitarbeiter an exponierter Stelle, jedoch fast immer im Hintergrund tätig, und tragen in hohem Maß zum Erscheinungsbild einer Pfarrgemeinde bei. Die Mesner des Regionalverbandes Cham treffen sich regelmäßig zur Information, zum Erfahrungs- und Meinungsaustausch, um in ihrem Aufgabenbereich immer wieder neue Ideen einfließen zu lassen. Beim Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Martin Niedermurach richtete Regionaldekan Holger Kruschina auf freudige und humorvolle Weise seinen Willkommensgruß an die 35 Mesner und Mesnerinnen aus dem Regionalverband. Nachdem ja schon viele Frauen im Mesnerdienst stehen, warf er einen Blick auf das Frauenbild in der Gesellschaft, welche Möglichkeiten und Einflussnahmen sie heute haben. In der Tagesheiligen Katharina von Siena sah er eine Vorbild gebende Frau, die sich die Freiheit nahm, weltliche und kirchliche Obere zu ermahnen und ihre Sicht der Dinge mit Nachdruck zu vermitteln. Bei Kaffee und Kuchen begrüßte der Vorsitzende des Regionalverbandes Cham, Josef Pflug aus Teunz, die Gäste im Pfarrheim, führet souverän durch das Programm und freute sich, dass neben dem Regionaldekan auch Pfarrer Herbert Rösl und Ruhestandspfarrer Max Stigler teilnahmen. Interessante und leicht nachvollziehbare Tipps gab Regionaldekan Holger Kruschina in seinem Referat „Was tun, wenn der Pfarrer nicht kommt?“. Es könne immer passieren, dass ein Priester kurzfristig ausfällt. „Die Leute wegschicken ist keine Option“, erklärte er und gab auf seine bekannt lockere und ansprechende Art viele Anregungen, wie ein Mesner die Initiative ergreifen kann. Allein schon mit dem „Gotteslob“ könne man einen Wortgottesdienst abhalten, aber auch ein Griff in den Bücherschrank der Sakristei werde passende Möglichkeiten eröffnen. Zahlreiche Impulse gab Pfarrer Holger Kruschina zur Improvisation von Wortgottesdiensten und zum Gestalten von Andachten, ohne die Werthaltigkeit der Eucharistiefeier einzuschränken. Eine Bereicherung für den Mesner-Treff waren die Informationen über die Errichtung des Pfarr- und Jugendheims Niedermurach. Pfarrer Herbert Rösl erklärte zunächst bei einem Rundgang den Außenbereich, ehe er mit einer Bilderschau die Vorher-/Nachher-Situation, die Bauphasen und die Finanzierung erläuterte.
Vier Buben und drei Mädchen der Pfarrei Niedermurach dürften zum ersten Mal die heilige Kommunion empfangen. Im Bild links: Pfarrer Herbert Rösl; von rechts: Lehramtsanwärterin Laura Schwaiger, Schulleiterin Ortrud Sperl, Mesnerin Renate Pflug sowie die diensthabenden Ministranten.  (Bild: Josef Böhm)

Erstkommunion eine Herzensangelegenheit

Sieben Kinder der Pfarrei Niedermurach durften zum ersten Mal die heilige Kommunion empfangen. Pfarrer Herbert Rösl hatte in den letzten Wochen und Monaten Veronica Gilch, Emma Glaser, Sebastian Lingl, Johannes Martzak-Göricke, Sophia Obendorfer, Stefan Scheuerer und Sebastian Straller im Religionsunterricht auf diesen Tag vorbereitet. „Wie kann ich mit Jesus fest verbunden bleiben?“ Diese Frage stellte sich Pfarrer Herbert Rösl selbst, als er sich entschloss, Priester zu werden und machte die Erfahrung, Jesus über verschiedene Wege im Herzen fest verankert zu haben. Entsprechend dem Leitgedanken der Erstkommunionfeier „Jesus möchte in unser Herz kommen“ dürfen die Kinder Jesus im heiligen Brot in ihr Herz aufnehmen. In einer kurzen Geschichte erzählte Pfarrer Herbert Rösl die anrührenden Erinnerungen eines Mannes über den festen Brauch seines Vaters, mit ihm regelmäßig einen Apfel zu teilen. Das dabei verwendete Taschenmesser erinnerte ihn stets an seinen im Herzen verankerten verstorbenen Vater. „Auch Jesus will sein heiliges Brot mit uns teilen“ betonte er, „und einen Platz in unseren Herzen einnehmen, denn nur mit den Augen des Herzens können wir begreifen, was hinter dem einfachen Brot steckt.“ Es sei eben ein Stück Herzensangelegenheit, zu verstehen, was Kommunion bedeutet. In den Festgottesdienst waren natürlich auch die Kinder mit eingebunden und durften Kyrie-Rufe und Fürbitten vortragen, die Gaben zum Altar bringen und den Friedensgruß an die Gottesdienstbesucher weitergeben. Auf einfühlsame Weise begleiteten Magdalena Prey (Gitarre, Geige) und Magdalena Duschner (Harfe) mit Musik und Gesang die festliche Eucharistiefeier.
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