Gleich zweimal war die Waldsassener Künstlerin und Vorsitzende des „Kunstprojekts Badehaus Maiersreuth“ Susanne Neumann an der Markgraf-Diepold-Grundschule Waldsassen und unterstützte zusammen mit Lehrerin Birgitta Hösl die Kinder bei ihrem kreativen Schaffen.
Im Rahmen des in diesem Schuljahr neu an der Grundschule etablierten Nachmittagsangebots „open space“ fanden sich unter dem Motto „Ein gedeckter Tisch“ 15 Schülerinnen und Schüler ein, um für mehrere Stunden in die Kunstwelt einzutauchen. Ausgangspunkt war die sogenannte „Eat Art“ des international renommierten Schweizer Künstlers Daniel Spoerri, Susanne Neumann war lange Zeit Atelierassistentin des Künstlers und leitet heute seine Stiftung in Italien.
Sie erläuterte sehr kindgerecht die Entstehung solcher Kunstwerke, bei denen nach Beendigung eines Dinners sämtliche Utensilien auf die Tischplatte fixiert und dann diese an die Wand gehängt wurde. Damit erlangte Spoerri in den 1960-er Jahren Weltruhm. Davon inspiriert und motiviert malten die kleinen Künstlerinnen und Künstler auf eine riesige Papierrolle ihren eigenen „gedeckten Tisch“ in bunten Farben und kreativen Formen.
In der gleichen Woche fand noch ein „Projekttag Kunst“ in der Klasse 3a statt. Im Vorfeld brachten die Kinder verschiedenste, nicht mehr benötigte Gegenstände aus Küche, Keller oder Werkstatt mit. Unter Anleitung der Künstlerin wurden mehrere Skulpturen entwickelt, die einer skurrilen Welt zu entstammen scheinen.
Die Schülerinnen und Schüler zeigten sehr viel Einfallsreichtum und Kreativität und verbauten fast alle vorhandenen Gegenstände. Zusätzlich konnten die Kinder mit alten metallischen Kleinteilen und Knete frei gestalten und es entstanden viele individuelle Tiere und Wesen, die sofort zum gemeinsamen Spiel anregten. Alle Kinder tauchten an diesem Nachmittag in eine besondere kreative Welt ein und entdeckten wie spannend und anregend es sein kann, Alltagsgegenständen einen neuen Wert und eine neue Bedeutung zu geben. Zum Abschluss sprach Susanne Neumann nochmal den Recycling-Gedanken an und die Kinder waren sich einig, dass man mit Fantasie und Geschick aus alten, nicht mehr benötigten Dingen etwas Einmaliges schaffen kann.