Ganz im Zeichen des Frühlings stand die Vorlesezeit im März in der Gemeindebücherei Kastl – und drehte sich rund um das wunderschöne Gedicht „Die Tulpe” von Josef Guggenmos. Dieses kleine Frühlingsgedicht zählt zu den schönsten seiner Art und verzauberte auch die jungen Zuhörerinnen und Zuhörer mit seiner poetischen Sprache: Dunkel / war alles und Nacht. / In der Erde tief / die Zwiebel schlief, / die braune. Was ist das für ein Gemunkel, / was ist das für ein Geraune, / dachte die Zwiebel, / plötzlich erwacht. Was singen die Vögel da droben / und jauchzen und toben? Von Neugier gepackt, / hat die Zwiebel einen langen Hals gemacht / und um sich geblickt / mit einem hübschen Tulpengesicht. / Da hat ihr der Frühling entgegengelacht. Josef Guggenmos (1922–2003), der „Meister der kleinen Form”, gilt als einer der bedeutendsten deutschen Kinderbuchautoren. Seine klare, tiefgründige Sprache lädt Kinder und Erwachsene gleichermaßen zum Staunen und spielerischen Umgang mit Worten ein. Die Vorlesezeit bot diesmal ein ganz besonderes Erlebnis: Musikalisch begleitet wurden die Kinder spielerisch an das Gedicht herangeführt. Gemeinsam sprachen sie die Verse, machten dazu passende Bewegungen und vertonten das Gedicht mit einfachen Instrumenten. Anschließend betrachteten sie echte Tulpenzwiebeln und ließen den Frühling bei einem fröhlichen Frühlings-Tanz lebendig werden. Die nächste Vorlesezeit findet am 12. April statt – als besondere Osteraktion mit Daniela Anheuser, die das Buch „Die kleine Schusselhexe” im Kamishibai-Erzähltheater präsentiert. Das Büchereiteam freut sich schon jetzt auf viele kleine Gäste ab 3 Jahren!