In der Mittagspause hallen die Klänge eines gut 60 Jahre alten Bob-Dylan-Songs über den Pausenhof des Ortenburg-Gymnasiums. Vorgetragen von Kunstreferendar Andreas Frischholz an der Akustikgitarre, entfaltet „Masters of War“ seine düstere Wirkung. Im Anschluss ergreifen die Rednerinnen und Redner der Schülermitverantwortung (SMV) das Wort: Rosa Teplitzky, Leonie Reil und Paul Winderl. Letzterer findet treffende Worte für das neue Symbol der Toleranz am Ortenburg-Gymnasium, einen „Korbinians-Apfelbaum“. Gepflanzt von der „Schule-ohne-Rassismus“-Gruppe, erinnert der Baum an den katholischen Pfarrer Korbinian Aigner, der in verschiedenen Konzentrationslagern des Dritten Reiches heimlich Apfelsorten züchtete. Dieses Symbol für Standhaftigkeit soll den Schülerinnen und Schülern als Orientierung dienen. Paul Winderl beschreibt den Baum als einen „Freund“, an den man sich in turbulenten Zeiten anlehnen kann.
Passend dazu setzt der OGO-Chor mit dem Song „Lean on Me“ ein musikalisches Zeichen für Zusammenhalt. Die Botschaft ist klar: Gegenseitige Unterstützung und Respekt sind wichtiger denn je. Nach der feierlichen Pflanzaktion vertiefen sich die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 9 bis 11 in insgesamt 14 Workshops. Den krönenden Abschluss der Aktionstage bildet die bewegende Inszenierung „SAD-88“ des OVIGO-Theaters. Das Stück thematisiert den rassistischen Anschlag auf ein Wohnhaus in Schwandorf im Dezember 1988 und fesselt über 250 Schülerinnen und Schüler für 90 Minuten. Mit diesen eindrucksvollen Aktionstagen bekennt das Ortenburg-Gymnasium Haltung für Toleranz und gegen Ausgrenzung sowie ein respektvolles Miteinander.