Den älteren Menschen zur Vorsorge für Alter und Krankheit und für bestimmte Lebenssituationen eine Hilfe an die Hand geben, das war beim Seniorennachmittag des Arbeiterwohlfahrt Ortsvereins (AWO) am Donnerstag im Gasthaus „Weißes Rössl“ der Fall. Das Thema des Nachmittags war die Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung. Dazu referierte Rechtsanwalt Peter Sailer aus Flossenbürg, der von Vorsitzenden Karl Tabert, ebenso wie die beiden Bürgermeister a. D. Fred Lehner und Günter Stich sowie Seniorenbeauftragter Erich Schieder herzlich begrüßt wurde.
Dass der Abschluss einer rechtsgültigen Vollmacht erst ab dem 18. Lebensjahr möglich ist, vorher der gesetzliche Vertreter dies machen kann, war wichtig zu erfahren. Die Abgabe einer Vorsorgevollmacht oder einer Patientenverfügung ist eine Freiheit, die durch das Gesetz eindeutig geregelt ist. Es sind bindende Erklärungen über das was geregelt werden soll. Darunter gehören die Gesundheit und das Vermögen. Die Verfügung bezeichnete der Anwalt als „Generalvollmacht“. Es sei vor Abgabe einer solchen Erklärung immer wichtig, mit den Angehörigen darüber zu reden. Schließlich muss die bevollmächtigte Person auch damit einverstanden ist. In der Vollmacht oder Erklärung sollen alle Aufgaben ohne jegliche Bedingungen abgedeckt werden. Der Rechtsanwalt empfahl auch rechtliche Prüfungen und Beratungen der abgegebenen Willenserklärungen um ganz sicher zu gehen. Neben der Vorsorgevollmacht sollte auch eine Bankvollmacht abgeschlossen werden, damit es
mit den Geldinstituten zu keinerlei Schwierigkeiten komme. Jede Vollmacht und jede Erklärung muss eine Gültigkeitsdauer enthalten. Sie kann selbstverständlich widerrufen werden. Eine Verfügung sollte mindestens alle zwei bis drei Jahre neu durch Unterschrift bestätigt werden.
Auch bei der Patientenverfügung, die vorrangig für den medizinischen Bereich gilt, greift das Selbstbestimmungsrecht ein. Ein weiteres Feld beleuchtete und erklärte Sailer bei der Sterbehilfe. Die Fragestellungen und Diskussionen während und nach dem Vortrag bestätigten, dass das richtige Thema gewählt wurde.