Anlässlich eines Treffens in Bamberg wurden die Schilder für jeden der Orte der Hoffnung übergeben und bei einem Gottesdienst in der Pfarrkirche den Gläubigen präsentiert. Anschließend zeigten fünf „Hoffnungsträger“ die Schilder der Öffentlichkeit.  (Bild: Herbert Ziegler)

Pfarrei Thurndorf stellt ihre Orte der Besinnung vor

Das Heilige Jahr 2025 hat Papst Franziskus unter das Leitwort „Pilger der Hoffnung“ gestellt. Die Tradition der Heiligen Jahre hat ihren Ursprung im Judentum. In biblischer Zeit schrieb es den Menschen vor, nach sieben mal sieben Jahren ein besonderes Festjahr zu begehen. Zunächst wurden die Heiligen Jahre alle 50 Jahre, später alle 25 Jahre vom Papst ausgerufen. Ein Heiliges Jahr soll für die Gläubigen eine Zeit zum Besinnen und zum Gebet sein. Auf dem aktuellen Symbol sind vier stilisierte Personen in menschlicher Verbundenheit abgebildet. Der Wellengang zeigt eine gewisse Dynamik und macht klar, dass die Reise des Lebens nicht immer in ruhigem Fahrwasser verläuft. Blau, grün, gelb und rot vermitteln Sehnsucht, Hoffnung, Licht und menschliche Wärme, welche für ein Miteinander eigentlich unabdingbar sind. Passend zum Leitwort hat man in Bamberg die Pfarreien dazu animiert, sich in ihrem Umfeld Orte der Hoffnung zu suchen und diese zu präsentieren. Am Anfang des Jahres wurden den Vertretern der Pfarrei in Bamberg für jeden genannten Ort ein Schild mit der genannten Abbildung übergeben. In Thurndorf sind diese Orte die Pfarrkirche, die Kalvarienbergkapelle, die Waldkapelle und das Pfarrheim, sowie die Maria-Hilf-Kapelle. Die Pfarrkirche St. Jakobus ist der Mittelpunkt des Dorfes und vom Friedhof umgeben, denn Leben und Tod gehören zusammen und der Ort ist den ganzen Tag für alle zugänglich. Auf dem höchsten Punkt des Kitschenrains befindet sich die Kalvarienbergkapelle, deren immer geöffnete Tür einlädt zur Ruhe und zum Innehalten. Persönliche Anliegen kann man dort in einem eigens aufliegenden Buch niederschreiben. Am Nordhang des Kitschenrains nahe der Ortschaft Heinersreuth steht im Wald, beschützt von alten Lindenbäumen die Wallfahrtskirche Mariä-Heimsuchung. An den Linden befestigen die Bewohner nach einem alten Brauch Gedenktafeln für die Verstorbenen, auch Totenbretter genannt. Die im Volksmund als „Heinersreuther Waldkapelle“ bezeichnete Kirche ist auch Bestandteil des Marienpilgerweges. Besonderen Zuspruch genießt die mehrtägige Feier des Patroziniums Anfang Juli. Ein weiterer Ort der Hoffnung in der Pfarrei ist das Pfarr- und Jugendheim neben der Pfarrkirche in Thurndorf. Die darin befindliche große Versammlungsfläche erlaubt ein lebendiges Pfarrleben und auch Veranstaltungen von Vereinen und Gruppen. Der Ort ist unverzichtbar für die Kindergruppen, Kinder- und Jugendchor, Ministranten, Kirchenchor, einfach für alles, wo lebendige Gemeinschaft gelebt werden kann. Der letztgenannte Ort der Hoffnung an der Thurndorfer Hauptstraße ist eine mehr als 300 Jahre alte Kapelle, welche der Gottesmutter geweiht ist. Auch hier lädt das Innere zu Gebet und zum Verweilen ein, welche im Volksmund „Maria-Hilf-Kapelle“ genannt wird.
Bild von links: Pater Samuel, Georg Schraml, Rudolf Dotzler, Werner Schmidt, Marco Lindner (Bild: Herbert Ziegler)

Verabschiedung langjährig Tätiger bei der Kirchenverwaltung Thurndorf und im Pfarrbüro

Pater Samuel Patton nutzte die Gelegenheit am Ende eines Gottesdienstes, langjährig Aktive in der Pfarrei würdevoll zu verabschieden. Rosi Maul zeichnete über 17 Jahre die Verantwortung für die Abläufe im Pfarrbüro und schied nun auf eigenen Wunsch aus dieser Tätigkeit aus. Lobend erwähnte Pater Samuel, sie sei auch ausserhalb der Dienstzeiten jederzeit ansprechbar für die Belange gewesen. Bei der jüngsten Wahl zur Kirchenverwaltung traten verschiedene bisherige Mitglieder nicht mehr zur Wahl an und wurden mit ehrenden Dankesworten von Pater Samuel verabschiedet. Georg Schraml übte „sehr engagiert“ seine Tätigkeit als Kirchenpfleger aus, so Pater Samuel. Es galt sich in dieser Periode mit viel Zeit und Energie um die Projekte und deren Finanzierung zu kümmern. Gleichzeitig steuerte er in den vergangenen Jahren den Kindergartenbus. Seine würdigenden Worte galten auch Marco Lindner, der sich nach 18 Jahren nicht mehr zu Wiederwahl gestellt hatte. Im Rahmen seiner Aufgabe als „Kassenwart“ bezeichnete ihn Pater Samuel als „Pionier der digitalen Buchungen“. Später kümmerte er sich um die Belange und Abrechnungen für den Kindergartenbus. Werner Schmidt engagierte sich in großem Maße und mit handwerklichem Geschick bei den anfallenden Aufgaben und Arbeiten . Diese waren u.a. die Sanierung der Aussegnungshalle und der Sakristei. Ebenfalls nicht mehr im Gremium ist Rudolf Dotzler nach insgesamt 12 Jahren Tätigkeit. Er kümmerte sich schwerpunktmäßig um die Verwaltung des Friedhofes und vertrat auch den Kirchenpfleger in dessen Abwesenheit. In diese Periode fiel auch die Sanierung des Turmes und der Westfassade der Pfarrkirche. Zudem war ein neuer Kindergartenbus angeschafft worden. Erste Planungen für Sanierung der Pfarrkirche und des Pfarrheims wurden auf den Weg gebracht. Hierbei waren bereits bei gemeinsamen Treffen Verantwortliche aus Politik, Ordinariat und der Kirchenverwaltung vor Ort , um Maßnahmen und deren Finanzierungsmöglichkeiten abzustecken. Am Ende der Feier kamen die Kinder nach vorne um ihren ausscheidenden „Kinderbusfahrer“ Georg Schraml herzlichst Dank zu sagen. Abschließend wandte sich Georg Schraml mit emotionalen Worten an alle und dankte für die Unterstützung der Kirchenverwaltung und das Zusammenwirken mit dem Pfarrgemeinderat. Ein besonderer Dank galt Rudolf Dotzler als seinen Stellvertreter und unverzichtbare Stütze . „Du warst immer, immer für mich da!“ Auch Werner Schmidt, mit seiner Familie an der Seite leistete einen wesentlichen Beitrag für das Erledigen und Gelingen der Projekte. „Wir wären nicht soweit gekommen ohne dich und deine Familie“. Es sei ihm nicht leicht gefallen, seine Tätigkeit in der Kirchenverwaltung zu beenden. Auch das Fahren mit dem Kindergartenbus werde ihm fehlen. „Wenn der Bus vorbeifährt, werde ich an euch denken. Und zum Schluss wurden die Kinder nach vorne geholt: „Kommt nach vorne, es gibt noch was Süßes für euch!“
Die aktiven Sänger- und Sängerinnen mit den Gründungsmitgliedern hinten rechts sowie Darstellern vom Hirtenspiel (Bild: Stefan Schwemmer)

Thurndorf feiert besondere Kindermette mit Ehrungen und Überraschungen

Eine ganz besondere Kindermette feierte die Pfarrei Thurndorf in diesem Jahr in der voll besetzten Pfarrkirche. Professor Hans-Georg Gradl zelebrierte die Kindermette, die der Kinder- und Jugendchor der Pfarrei St. Jakobus Thurndorf wieder musikalisch gestaltete und von Gerhard Dettenhöfer an der Orgel ergänzt wurde. Die Sängerinnen und Sänger ließen die Geschichte der Heiligen Nacht lebendig werden und zogen die Gottesdienstbesucher aus nah und fern mit der gespielten und gesungenen Weihnachtsgeschichte in ihren Bann. Die knapp 20 Darsteller überzeugten mit ihrem Spiel und Gesang, die von Gitarren und Flöten begleitet wurden. Am Ende des Gottesdienstes ehrte Chorleiterin Sonja Schwemmer 3 junge Frauen, welche dem Chor seit Beginn angehören und mittlerweile das 20. Mal das Weihnachtsfest mit dem Chor gestalteten. Mit persönlich gehaltenen Dankesworten überreichte die Chorleiterin Urkunden an Alena Herzing, Sandra Schwemmer und Larissa Trautner. Die wiederum überraschten die Chorleiterin i mit einem geschmückten Holzstern und dankten für die tollen Erlebnisse und den Einsatz von Sonja Schwemmer im Namen aller Chorkinder, die in den 20 Jahren dem Chor angehörten. Der Chor war im Dezember 2004 auf Initiative von Pater Paul Mietki gegründet worden und geleitet seither von Sonja Schwemmer, die auch die Texte und einen Teil der Lieder selbst schreibt. Eine weitere Überraschung hatten die Eltern zusammen mit dem Chor vorbereitet. Bettina Oberst dankte im Namen der Eltern für den unermüdlichen Einsatz, mit dem sich Sonja Schwemmer dem Chor widmet und damit die Stimmen und die Herzen der Kinder prägt. Nach einem Ständchen übereichten die Eltern ein großes Kissen mit dem Namen aller aktuellen Chorkinder und ein Glas mit Gutschein und vielen guten Wünschen der Kinder. Hans Gradl schloss sich dem Dank an und wünschte allen den Frieden der Heiligen Nacht, bevor die Gottesdienstbesucher sich das Friedenslicht persönlich mit nach Hause nehmen konnten.
Alle Beteiligten beim Klang des Deutschlandliedes am Ehrenmal für die Gefallenen in Thurndorf. (Bild: Herbert Ziegler)

Volkstrauertag in Thurndorf

Das Thurndorfer Ehrenmal für die Gefallenen der Kriege befindet sich zwischen Pfarrkirche und den historischen Fundamenten der mittelalterlichen Vergangenheit des Ortes. Es ist gleichzeitig die höchste Stelle des Pfarrdorfes und der hier an diesem Tag wehende Wind ließ die Besucher der Kundgebung nicht nur angesichts des Anlasses an das Gedenken der Gefallenen und anderweitig zu Tode gekommenen frösteln. Pater Samuel Patton gestaltete eine kurze Andacht und die Feuerwehrkapelle umrahmte Anfang und Ende mit der Hymne „Einigkeit und Recht und Freiheit …“ und am Ende mit der Melodie des „Kameraden“. Dazwischen erinnerte zweiter Bürgermeister Ewald Plössner an die Zeit der Weltkriege, welche aber mit dem „Verschwinden“ der Kriegsgeneration sich aus dem gesellschaftlichen Gedächtnis der Gesellschaft entfernt, denn bald werden die letzten Zeitzeugen verstorben sein. Es sei aber wichtiger denn je sich mit den Themen Krieg und Frieden auseinanderzusetzen und nicht den „Kopf in den Sand zu stecken“ und den Nebel des Vergessens sich ausbreiten zu lassen. Die ungeheuerlichen Ausmaße des zweiten Weltkrieges seien beispiellos in der Geschichte mit mehr als 60 Millionen menschlicher Opfer. Beispielhaft wurde hier Kapitulation der 6. deutschen Armee bei Stalingrad 1943 genannt, denn das Leiden und Sterben von über zwei Millionen Opfer haben sich in das kollektive Gedächtnis der beteiligten Nationen eingebrannt. Derzeit erleben wir die Bilder des Krieges in der Ukraine, wobei man immer geglaubt habe, solche Dinge würden sich nie mehr wiederholen. Doch angesichts dieser Entwicklungen solle doch alle Hoffnung auf das Gute nicht verloren gehen, welches doch letztendlich immer „tief und radikal“ in die Gesellschaft hineinwirke. Wir müssten uns für den Frieden einsetzen und der Volkstrauertag gebe uns einen Handlungsauftrag für eine friedliche Gegenwart und Zukunft. Hoffnung treibe das Gute an, wir bräuchten mehr davon. Tragen wir alle dazu bei. Die Zeremonie wurde nach der Kranzniederlegung mit einer Schweigeminute beendet.
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