Die Liste denkmalgeschützter Gebäude und Ensembles in Weiden ist lang. Viele davon zeigte der Leiter des Stadtmuseums Weiden Dr. Sebastian Schott in seinem Vortrag „Weiden und der Denkmalschutz“ mit zahlreichen historischen Bilddokumenten. Die bekanntesten reichen von den vorhandenen Resten des Mauergürtels um die Altstadt und dem Flurerturm, über die Kirchen St. Michael, St. Josef und St. Sebastian, bis hin zum Alten Rathaus und den zahlreichen denkmalgeschützten Gebäuden der Weidener Altstadt. Auch Gebäudeensembles wie der Pfarrplatz oder die Heimgartensiedlung gehören dazu. Nachzulesen sei die aktuelle Liste auf der Internetseite des Landesamtes für Denkmalpflege, erläuterte der Historiker Schott in seinem Vortrag beim Freundeskreis Weiden der Evangelischen Akademie Tutzing. Diese Liste des Landesamtes werde laufend fortgeschrieben und könne auf persönlichen Antrag auch ergänzt werden. „Vieles wurde erhalten, aber es gab in den vergangenen Jahrzehnten auch erhebliche Verluste“ erläuterte Schott. Dass an vielen Stellen in der Stadt die frühere Bausubstanz überhaupt nicht mehr zu sehen ist, zeigte Schott unter anderem am Beispiel des Gebäudes der heutigen Sparkasse in Weiden. Dort habe einst eine Friedhofskirche gestanden. Der derzeit vorgenommene Abriss des Evangelischen Vereinshauses ist für ihn ein „großer Verlust und dieser Schaden wird bestimmt in einigen Jahren als irreparabel empfunden“. Auch den Abbruch des ehemaligen Anker-Komplexes vor über 40 Jahren sowie den Abriss des „Vierling-Hauses“ an der Allee zählte Schott ebenfalls in seiner Verlustliste auf. Und er bedauerte, dass vor allem Gebäude aus den sogenannten Gründerjahren, etwa ab 1860, nicht erhalten werden konnten, zum Beispiel bei den Abrissen für das NOC-Einkaufszentrum. Schott wies auch darauf hin, dass die abschließende Entscheidung über den Abbruch eines denkmalgeschützten Gebäudes nicht bei den Denkmalsbehörden, sondern bei den Bauämtern liege. Dabei müsse „immer wieder der Spagat zwischen Modernisierung und historischer Baukunst“ vollzogen werden. Zum Teil sei dies gelungen, „im Detail sehe man aber auch zahlreiche Bausünden“, stellte der Referent fest. Zahlreiche Wortmeldungen der Zuhörer befassten sich mit dem Konflikt zwischen Modernisierung und Erhaltung von Altsubstanzen. Sie reichten von „tiefem Bedauern über den Verlust traditioneller Gebäude“ bis hin zur Feststellung „es macht keinen Sinn die Altstadt in ein Museum zu verwandeln“. Auch könne es keine Lösung darstellen, ein Gebäude über Jahrzehnte leer stehen zu lassen.