Kommandant Michael Roith erklärte zum Sinn der Veranstaltung: „Wir wollen auf die Bevölkerung zugehen, uns vorstellen, ein Teil der Bevölkerung sein. Wir wollen in Gespräche kommen und vielleicht das eine oder andere Mitglied gewinnen. Ob fördernd oder aktiv, wir freuen uns über alle.“
„Natürlich will die Jugend den Besuchern ihren Ausbildungsstand und die aktiven Feuerwehrleute die Leistungsfähigkeit zeigen“, so Roith.
„Wie es aussieht, gefällt es der Bevölkerung auch. Sie kommen, sind interessiert und lassen sich Fragen beantworten“.

Zahlreiche Menschen hatten sich bereits zum ökumenischen Gottesdienst auf dem Dorfplatz vereint. Pfarrerin Heidi Landgraf und Pastoralassistentin Andrea Zeller führten den Gottesdienst unter Beteiligung von Feuerwehrministranten gemeinsam durch und wurden musikalisch von der Jugendschola sehr schön begleitet. Heidi Landgraf traf mit den Worten in ihrer Predigt den Nerv der Feuerwehrleute extrem. In ihrer emotionalen Ansprache fühlten sich die Männer und Frauen geehrt, gelobt und bewundert, was so mancher Person ein Tränchen der Rührung in die Augen drückte.
Doch plötzlich, noch während der Predigt gab es einen unerwarteten und nicht planbaren Zwischenfall, der allen erst einmal die Luft anhalten ließ. Es fing bei den Leuten des HvO zu piepen an. Die Helfer vor Ort sprangen sofort auf und fuhren mit Blaulicht und Martinshorn davon. Ein Einsatz machte es nötig und forderte das sofortige Handeln.
„Das ist eigentlich immer der Faktor Zeit bei den Rettungskräften. Du weißt nie was in der nächsten Sekunde ist, oder wo du bist“, kommentierte Roith das Geschehen.

Weniger emotional, dafür umso mehr kulinarisch ging es dann in den Festbetrieb, bei dem die Feuerwehrleute mit der Versorgung durch Burger, Bratwürste, Dotsch und diverse Getränke erst einmal für glückliche Besucher sorgten.
Feuerwehrfahrzeuge, inclusive Equipment konnten ausgiebig und genau begutachtet werden. Die Feuerwehrleute standen allen fragenden Gästen freundlich gegenüber und beantworteten gerne alles in kompetenter Weise.

Nach einer offiziellen Begrüßung der zahlreichen, interessierten Besucher des Feuerwehrevents durch den zweiten Vorsitzenden des Feuerwehrvereins Maximilian Rösch, übernahm Kommandant Michael Roith die Moderation der vorbereiteten Szenarien.
Hier zeigte die Jugendgruppe einen Löschaufbau nach dem Bayerischen Leistungsabzeichen. Routiniert und ruhig wurden alle Anforderungen für einen reibungslosen Löschaufbau abgewickelt und danach die Gerätschaften wieder ordentlich im Einsatzfahrzeug verstaut.
Den Jugendlichen galt ein ehrlich gemeinter Applaus. „Zahlreiche und immer wieder kehrende Übungseinheiten sind nötig um die Abläufe stets in gleich bleibender Qualität abrufen zu können. In Etzenricht sind wir froh, über eine hervorragend funktionierende Nachwuchsarbeit zu verfügen. Beginnend in der Kinderfeuerwehr, über die Jugendwehr bis zu den über die Jahre gut ausgebildeten aktiven Feuerwehrleuten, können wir sehr stolz sein“, so Moderator.Roith

Ein von der Fa. Nasz zur Verfügung gestelltes Fahrzeug, welches auf dem Kopf lag, stellte die Besucher der langen Nacht schon von Anfang an vor Fragen.
Kurz nach 21 Uhr bekamen alle die Antwort darauf. Lautstark kündigte sich das Feuerwehreinsatzfahrzeug an. Die Mannschaft hatte die Meldung „Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person, PKW auf Dach“ erhalten. Absolut souverän wickelten die im simulierten Einsatz befindlichen Feuerwehrmänner und Frauen den Aufbau der für diesen Einsatz benötigten Gerätschaften ab und begannen sich ein Bild von der Lage zu machen.
Es dauerte nicht lange und schon trafen die „Helfer vor Ort“ mit ihrem Einsatzwagen ein. Sofort wurde die Erstversorgung vorgenommen. Gemeinsam mit der Feuerwehr wurde der allgemeine Zustand des Patienten erkundet und erste lebensrettende Sofortmaßnahmen eingeleitet. Kurz darauf traf im weiteren Verlauf der Rettungswagen am Unfallort ein. Rettungskräfte, HvO und FFW unternahmen nach Absprache die Versorgung. Die Feuerwehr brachte die Rettungsschere zum Einsatz und ermöglichte es durch die Fahrzeugsicherung- und Öffnung, mit den Rettungskräften den Patienten aus dem Unfallfahrzeug zu holen, damit er stabilisiert in die Klinik gebracht werden konnte.

Während der ganzen Aktion hätte man, wenn nicht die Geräusche der Rettungsaktion gewesen wären, eine Stecknadel fallen hören können. Die Besucher der langen Nacht der Feuerwehr waren beeindruckt und fasziniert ob der hervorragenden Hand in Hand greifenden Tätigkeiten von Feuerwehr, HvO und Rettungskräften.
Die lange Nacht der Feuerwehr zeigte, dass die Bevölkerung durchaus an der Arbeit von Feuerwehr und in dem Fall der HvO Haidenaabtal interessiert und beeindruckt ist. Zumal all diese Hilfe auf ehrenamtlicher Basis passiert und die sich im Einsatz befindenden Männer und Frauen , teilweise ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen um anderen Menschen zu helfen.