Stadtpfarrer Dr. Thomas Vogl (l.) im Gespräch mit dem Autor Tobias Haberl (sitzend) (Bild: Hans Stelzl)

Autorenlesung in der Basilika Waldsassen

Tobias Haberl, der Autor des Spiegel-Bestsellers „Unter Heiden: Warum ich trotzdem Christ bleibe“ konnte es bis zuletzt nicht glauben, doch die Autorenlesung mit Diskussion fand tatsächlich in der Basilika Waldsassen statt. Zu Beginn verriet er, dass die bisherigen Lesungen in Jugendheimen oder Gemeindesälen stattfanden und es daher auch für ihn ein ganz besonderer Termin sei. Stadtpfarrer Dr. Thomas Vogl, der an diesem Abend in die Moderatorenrolle schlüpfte, begrüßte den aus Roding stammenden Autor und die anwesenden Zuhörerinnen und Zuhörer sehr herzlich und lud dazu ein, den Abend mitzugestalten und durch Wortmeldungen und Fragen in einen Dialog mit dem Autor zu treten. Die Erfolgsgeschichte des Buches begann eigentlich bereits im März 2023 mit einem Essay in der SZ mit dem Titel „Unter Heiden“ und dem provozierenden Einleitungssatz: „Diesen Text traue ich mich nur zu schreiben, weil ihn sowieso niemand liest“. Die vielen Reaktionen darauf ließen in ihm den Entschluss reifen, das vorliegende Buch zu schreiben. Tobias Haberl las drei Passagen vor, die anschließend rege diskutiert wurden. Auch persönliche Fragen des interessierten und zugewandten Publikums wurden ausführlich beantwortet. So entwickelte sich die Lesung zu einem offenen Austausch zwischen Autor und Publikum. Er sprach unter anderem auch über seine unbeschwerte Kindheit und die christliche Erziehung, für die er seinen Eltern noch heute dankbar ist. In seinem Buch schildert er, warum er sich immer öfter für seinen Glauben rechtfertigen muss und dass „zu glauben“ mittlerweile etwas Unerhörtes geworden zu sein scheint. Die Reaktionen der Anwesenden zeigte, dass er so manchem aus der Seele sprach. Anschließend nahm sich der Autor auch noch Zeit für persönliche Gespräche und signierte gerne seine Bücher. Organisiert wurde der Abend von der Pfarreiengemeinschaft Waldsassen-Münchenreuth und der Reg. KEB Tirschenreuth. Den Buchverkauf übernahmen die Mitarbeiterinnen des Klosterladens der Abtei Waldsassen.
Martina Zanner referierte in Erbendorf zum Thema „Das Erbe der Zisterzienser im Stiftland – ausgezeichnet mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel“. (Bild: Roswitha Heining/exb)

Erbendorfer lauschen Vortrag über Zisterzienser

Zu einem Vortrag zum Thema „Das Erbe der Zisterzienser im Stiftland – ausgezeichnet mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel“ hatte die Pfarrei Erbendorf in Kooperation mit der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) im Landkreis Tirschenreuth und der IKom Stiftland, dem interkommunalen Zusammenschluss der Gemeinden im Stiftland, eingeladen. Martina Zanner, Projektmanagerin bei der IKom Stiftland, zeigte die Spuren der Zisterziensermönche im Landkreis auf. Nicht nur durch die Teichwirtschaft, sondern zum Beispiel auch durch den weniger bekannten Waldnaab-Durchbruch bei Tirschenreuth, eine architektonischen Meisterleistung des Mittelalters, hätten die Zisterzienser die Gestalt des Landkreises geprägt. Barocke Vierseithöfe in einigen Kommunen des Landkreises sowie der Nachbarlandkreise stammen aus den Händen der Zisterziensermönche, heißt es in einer Mitteilung der Pfarrei. Martina Zanner ging auch auf die zisterziensische Geschichte in unserer Heimat ein. Vor fast 900 Jahren, im Jahr 1133, gelangten Mönche aus Volkenroda (im heutigen Thüringen) nach Waldsassen. Seitdem gibt es fast ununterbrochen zisterziensisches Leben und Arbeiten in unserem Landkreis. Nach der Säkularisation gab es eine gut 60-jährige Pause, bis 1864 Zisterzienserinnen aus der Abtei Seligenthal in Landshut das Kloster Waldsassen wieder belebten und es unter der Führung von Äbtissin Laetitia Fech bis heute tun.
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