Viele neue Mitglieder beim Fischereiverein. (von links nach rechts): Manfred Orywol, Fabian Adler, Carolin Rall, Max Rall, Christina Fischer und Tim Jüntgen (1. Vorsitzender). (Bild: Gerhard Doerfler)

Fischereiverein Amberg berichtet von Wachstum und vielfältigen Aktivitäten

Eine Fülle von Informationen, von Gewässerzuständen bis hin zu attraktiven Veranstaltungen, gab es bei der Frühjahrsversammlung des Fischereivereins Amberg im Schützenhaus Raigering. Erfreulich und positiv, so Tim Jüntgen, 1. Vorsitzender, ist unsere Mitgliederentwicklung. 17 Neuaufnahmen, davon 7 Jugendliche, seit der Herbstversammlung. Fisch des Jahres 2025 ist der europäische Aal, informierte Jüntgen. Der Aal ist ein Wunder der Natur. Seine Lebensgeschichte ist einzigartig, faszinierend und zum Teil nicht erforscht. Die Fortpflanzung des Aals bleibt ein Rätsel, so Jüntgen, da niemand genau weiß, wie und wo sie im Sargassosee stattfindet. Die Reise vom Ei bis zum ausgewachsenen Fisch ist bemerkenswert. Er kann Tausende von Kilometer zurücklegen, um in die Flüsse und Seen Europas zu gelangen. Das kann 20 Jahre oder länge dauern, bis er wieder ins Meer zurückkehrt um zu laichen. In Bayern ist der Huchen Fisch des Jahres 2025, teilte Jüntgen mit. Der Huchen, auch bekannt als Donaulachs, lebt vor allem in klaren, kalten Flüssen und Bächen. Er ist ein typischer Bewohner der alpinen Gewässer. Der schützenswerte Fisch kann 150 cm groß werden und über 20 kg auf die Waage bringen. Auch 2025 nehmen wir am Artenhilfsprogramm (AHP), das bis 2027 läuft, teil, informierte der Vorsitzende. Es werden Nasen, Nerflinge, Barben und Quappen in die Vils eingebracht. Auch wenn die meisten eingebrachten Fischarten nicht geangelt werden dürfen, übernehmen wir große Teile der Kosten, denn wir sehen es als wichtig an, sich für den Erhalt der Artenvielfalt in unserer Vils zu engagieren, betonte Jüntgen. Die Anzahl von Kormoranen ist gegenüber dem Vorjahr weniger geworden. Die Vergrämungsaktionen haben gewirkt. Jüntgen bat alle Mitglieder hier dran zu bleiben und Vorfälle zu melden. Unsere Veranstaltungen und Aktionen waren gut besucht. Es sind wieder viele attraktive Treffen geplant (siehe Homepage fischereiverein-amberg.de). Für den Vorbereitungskurs zur staatlichen Fischerprüfung sind noch Plätze frei. Termine für den Kurs sind 05. + 06. April, 13./19. und 27.April. Nähere Infos auf der Homepage des Fischereivereins.
Signalkrebs: Der gehört nicht rein in unsere Gewässer! (Bild: Gerhard Doerfler)

Jahreshauptversammlung Fischereiverein Amberg

Wieder war eine Versammlung des Fischereivereins im Schützenhaus Klein-Raigering bestens besucht. In seiner Rückschau auf das Vereinsjahr 2024 von 1. Vorsitzenden Tim Jüntgen, wurde deutlich, dass der Schutz von Natur und Umwelt, nachhaltige Hege und Pflege der Fischbestände zunehmend im Mittelpunkt der Aktivitäten stehen. Seit 2020 nehmen wir am Krebshegeprojekt Naturpark Hirschwald teil, informierte Jüntgen. Ziel ist es den Signalkrebs in der Vils stark zu reduzieren. Der aus Nordamerika eigeschleppte Krebs bedroht enorm die Bestände unserer heimischen Flusskrebse. Diese invasive Art kann Krankheiten übertragen und ist selbst immun dagegen. Dieses Jahr haben ehrenamtliche Fischer unseres Vereines rund 2.500 Krebse aus der Vils entnommen. Leider konnte in den Fangreusen kein einheimischer Krebs, wie z.B. Edelkrebs oder Steinkrebs nachgewiesen werden, bedauerte Jüntgen. Wir haben Waller Hegefischen in der Vils organisiert und unser traditionelles Königsfischen stand voll im Zeichen von Hegemaßnahmen. Überhandnehmende Brachsen wurden entnommen, informierte der Vorsitzende. Kormorane und Fischotter sind nach wie vor ein Problem. Jede Sichtung dieser Fischräuber sollen die Mitglieder an den Verein melden, bat Jüntgen. Im Rahmen des Artenhilfsprogramms (AHP) das von 2022 bis 2027 läuft, haben wir dieses Jahr rund 17.000, zum Teil sehr gefährdete Fische, in die Vils eigebracht. Die Besatzmassnahmen werden gefördert. Über 6.000 Euro hat der Verein für diese wichtigen Maßnahmen selbst aufgebracht, zeigte Jüntgen anhand einer Statistik auf. 1. Gewässerwart Max Marr, der seit Jahren aktiv ist und sich mit viel Fachkompetenz der Pflege der Natur, insbesondere Gewässer und Fischbestand ehrenamtlich engagiert bestätigte: Unser Fischbestand ist bestens abgewachsen und gesund, die Gewässer in gutem Zustand. Es fanden über 3.800 Gewässerbegehungen statt und wir haben 1.500 Arbeitsstunden rund um die Gewässer geleistet. Jüntgen dankte Marr für unermüdlichen Einsatz. Unsere Jugendgruppe, unter der Leitung von Jakob Schön und tatkräftiger Unterstützung von Michael Rupprecht und Janis Lenk haben viel gemeinsam an den Gewässern verbracht und ein tolles Ferienprogramm organisiert, lobte Jüntgen. Unsere Aktivitäten in 2024, wie Räucherkurs, Fischkochkurs, Fliegenfischerkurs kamen bestens an. Der Inklusionstag mit gemeinsamen Angeln mit Bewohnern von Regens-Wagner Michelfeld bleibt uns lange in guter Erinnerung, so Jüntgen. Zwei Schulklassen nutzen unser Angebot des Grünen Klassenzimmers und tauschten Klassenzimmer mit Aktionen am Bühler Weiher. Der Vorsitzende dankte den vielen ehrenamtlichen Fischern für das Engagement. Der umfassende und übersichtliche Kassenbericht von Silke Scharf zeigte, dass der Verein auf gesunden Beinen steht.
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