Syrus und Darius Saleki umrahmten die Jahreshauptversammlung der Freunde der Kunst (Bild: Elfriede Weiß)

Bilanz und Ausblick der Freunde der Kunst bei Jahreshauptversammlung

„Mit 14 Veranstaltungen im Jahr 2024 und einer Investition von 14134 Euro sind wir unserem Auftrag, die Mitgliedsbeiträge in Kulturveranstaltungen zu investieren, wieder nachgekommen”, betonte die Vorsitzende der Freunde der Kunst, Monika Krauß, bei der Jahreshauptversammlung im Emil-Kemmer-Haus, nachdem beim Totengedenken an die verstorbenen Mitglieder Gertrud Waldherr und Bodo Krafczyk erinnert worden war. Das Jahresprogramm sei abwechslungsreich gewesen und habe verschiedene Genres wie Film, Lesung, klassische Konzerte und Kabarett abgedeckt. Als „äußerst gelungen” wertete Krauß den Vereinsausflug nach Blaibach zu Brahms deutschem Requiem und den Besuch der „Sagenumwobenen Gräfin”, einer neuen Produktion des Festspielvereins. „Mit bis zu 40 Kindern an jedem der drei Nachmittage kann der Kindermalkurs unter der Leitung von Künstlerin Katharina Gierlach als Highlight bezeichnet werden”, so Krauß. Die Vorstandschaft hatte alle Hände voll zu tun, um die diszipliniert und kreativ arbeitenden Kinder mit Farben und Leinwänden zu versorgen. „Großer Dank gilt Ehrenbürgerin Erika Odemer, die die gesamten Kosten für diese Ferienmaßnahme trägt, sowie Anne Gierlach, die die Megaveranstaltung organisiert und koordiniert hat”, hob die Vorsitzende hervor. Beeindruckend war auch der Auftritt des 87-köpfigen Regensburger Symphonieorchesters Singrün mit 200 Gästen. Im Ausblick nannte sie den Auftritt der Wellbrüder mit Gerhard Polt am 17. Mai, zu dem den aktuell 149 Mitgliedern die Karten zuerst angeboten wurden. Mittlerweile ist die Veranstaltung auch durch Externe restlos ausverkauft. Der Vereinsausflug 2025 führt nach Chemnitz in die Kulturhauptstadt Europas. Mit einem geselligen Beisammensein und dem Gitarrenduo Syrus und Darius Saleki klang die Jahreshauptversammlung aus.
Die Freunde der Kunst vor dem Konzerthaus in Blaibach. (Bild: Susanne Setzer)

Vereinsausflug Freunde der Kunst Oberviechtach

Der Vereinsausflug der Freunde der Kunst führte nach Blaibach. Am Programm stand Johannes Brahms „Ein Deutsches Requiem, op. 45, Londoner Fassung”. Thomas E. Bauer, Bariton und Intendant des Konzerthauses, begrüßte die Zuhörer und stellte die Interpreten des Konzerts wie folgt vor: Kammerchor KlangVerwaltung, GrauSchumacher Piano-Duo, Sopranistin Susanne Bernhard und Bariton Thomas E. Bauer. Zur Londoner Fassung arrangierte Johannes Brahms eine vierhändige Klavierfassung, um auch kleineren Chören die Gelegenheit zur Aufführung zu geben. Selbst ausgewählte Bibeltexte schrieb er für sein Requiem zum Trost der Lebenden, nicht für die Seelen der Toten. Der Glaube an die Auferstehung, nicht die Angst vor dem Tag des Jüngsten Gerichts waren seine Vision für dieses Werk. Das 70-minütige Requiem in sieben Sätzen eröffnete der Chor mit vierhändiger Klavierbegleitung: I.Satz l „Selig sind, die da Leid tragen”, langsam und mit Ausdruck II. Satz „Denn alles Fleisch, es ist wie Gras” sang der stimmgewaltige Chor langsam und marschmäßig. III. Satz sang der Solo-Bariton Thomas E. Bauer „Herr, lehre doch mich” mäßig langsam und berührend, begleitet vom ausdrucksstarkem Chor. IV. Satz „Wie lieblich sind deine Wohnungen” mäßig bewegt vom Chor und getragen von der Klavierbegleitung. V. Satz „Ihr habt nun Traurigkeit” wurde von der Solo-Sopranistin Susanne Bernhard langsam und gefühlvoll vorgetragen. Mit ihrem glockenreinen Klang der Stimme berührte sie mit den Zeilen „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet”. VI. Satz „Denn wir haben hie keine bleibende Statt” sang der Chor und ergänzend mit dem Solopart der Bariton mit „Siehe, ich sage euch ein Geheimnis” und „Dann wir erfüllet werden”. VII. Satz „Selig sind die Toten” erklang der Chor und die Klavierbegleitung feierlich und sehr emotional. Das begeisterte Publikum bedankte sich mit langanhaltenden stehenden Ovationen bei den Künstlern.
Künstlerin Katharina Gierlach hatte alle Hände voll zu tun, um den kleinen Künstlerinnen und Künstlern Tipps zum Motiv und zur Farbauswahl zu geben  (Bild: Elfriede Weiß)

Kindermalkurs der Freunde der Kunst

Über 40 Kinder nahmen an jedem der drei Tage am Kindermalkurs teil, den die Freunde der Kunst alljährlich im Rahmen des Ferienprogramms anbieten, und der von Ehrenbürgerin Erika Odemer großzügig gesponsert wird. Die Künstlerin Katharina Gierlach, die seit über 15 Jahren diese Kurse durchführt, gab Tipps bei der Motivwahl, indem sie den Kindern ausgedruckte Vorlagen zeigte, beriet bei den Farben und vermittelte so erste Gestaltungselemente bei Kunstwerken. Viele hatten sich auch ihr Lieblingsmotiv aus dem Internet ausgedruckt und malten mit voller Konzentration an ihren Werken. Für Nachschub bei Pinseln, Ölfarben und Leinwänden sorgten die Vorstandsmitglieder, auch so mancher Fleck musste vom Boden oder aus der Jeans entfernt werden. Am Abschlusstag besuchte Bürgermeister Rudolf Teplitzky zusammen mit Wolfgang Ruhland von der Doktor-Max-und-Margret-Schwarz-Stiftung die Künstlerwerkstatt im Bauhof. Teplitzky dankte den Freunden der Kunst für die Durchführung des Malkurses und lobte die Kinder wegen ihrer Bilder, die „schon echte Kunstwerke sind”. Monika Krauß hob das disziplinierte Verhalten der Kinder hervor, die sich voll auf ihre Aufgabe konzentriert hätten. Als Anne Gierlach einen Telefonanruf zu Frau Odemer nach München startete, riefen die Kinder: „Vielen Dank, Frau Odemer, für Ihre großzügige Spende.” Erika Odemer freute sich im Telefonanruf über die hohe Beteiligung der Kinder am Malkurs, zum einen, weil sie Kinder liebt, zum anderen, weil sie selber künstlerisch tätig war. Anne Gierlach versprach, ihr eine Auswahl an Fotos vom Malkurs zuzuschicken, so dass sie auch daran Anteil nehmen kann. Mit großer Freude nahmen die Kinder die Eis-Gutscheine aus der Hand des Bürgermeisters entgegen, die ebenfalls gesponsert wurden. Wolfgang Ruhland versprach, dass die Malkurse aufgrund der Stiftung auch künftig gesichert seien.
Neue Vorstandschaft bei den Freunden der Kunst Oberviechtach.  (Bild: Georg Lang)

Ein Jahr der Superlative liegt hinter den Freunden der Kunst

„Das Veranstaltungsjahr war ein Jahr der Superlative”, betonte Vorsitzende Monika Krauß bei der Jahreshauptversammlung der Freunde der Kunst, „wir haben 17 Veranstaltungen durchgeführt und über 17000 Euro in das Kulturleben Oberviechtachs investiert.” Neben Konzerten und Lesungen hatte der Verein auch den Ausflug nach Regensburg im Programm sowie den Besuch der Ovigo-Aufführung „Pension Schöller” und den Kinder-Malkurs mit Kathrin Gierlach. Besonderer Dank galt Klaus Habl, der aus der Vorstandschaft ausschied und den Verein seit 2010 tatkräftig unterstützt hat. Bürgermeister Rudolf Teplitzky hob die „Power und Leidenschaft” hervor, mit der die Vorstandschaft agiert und sicherte die Unterstützung von Ehrenbürgerin Erika Odemer beim Kinder-Malkurs zu. Die Neuwahlen brachten keine großen Veränderungen, Vorsitzende ist wieder Monika Krauß, sie wird in der Vorstandschaft von Anne Gierlach und Uschi Baumer (zugleich Schatzmeisterin) unterstützt, Schriftführerin ist Ortrud Sperl. Als Beisitzer fungieren Gabi Ried, Roman Sorgenfrei, Hans Kistler, Susanne Setzer, Alfred Tragl, Gundula Skalicky und Wolfgang Stangl. Auch für 2024 konnte die Vorsitzende wieder ein abwechslungsreiches Programm vortragen, zu dem auch der Besuch des Festspiels gehört. Ein Highlight für 2025 steht auch schon fest: Die Brüder Well kommen mit Gerhard Polt nach Oberviechtach. Die musikalische Umrahmung des Abends, der mit einem Buffet im Soldatenheim ausklang, lag in den Händen der erst 14-jährigen Harfinistin Pia Pfeiffer aus Schönau, die den ersten Preis bei „Jugend musiziert” errungen hat.
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