Am vergangenen Montagnachmittag informierte Kriminalhauptkommissar Dieter Melzner von der Kriminalpolizei Weiden die fast 40 Teilnehmer der Seniorenrunde St. Elisabeth im Waldthurner Pfarrheim über verschiedene Betrugsmaschen. In seinem sehr lebendigen Vortrag „Sicher Leben – Schutz vor Betrügereien” zeigte er eindrucksvoll, wie Täter gezielt Stress und Zeitdruck nutzen, um ihre Opfer zu manipulieren.
Der Enkeltrick – ein altbekannter Betrug mit neuen Methoden
Besonders warnte Melzner vor dem sogenannten Enkeltrick, der meist telefonisch erfolgt. „Die ersten fünf bis zehn Sekunden eines Anrufs entscheiden oft darüber, ob sich eine Person auf den Betrug einlässt oder nicht“, erklärte er. Die Betrüger recherchieren im Internet Namen und familiäre Verhältnisse und setzen ihre Opfer mit weinerlichen Geschichten unter Druck – oft mit dramatischen Szenarien wie angeblichen Unfällen, in die ein Familienmitglied verwickelt sei. „Denken Sie daran: In Deutschland gibt es kein Kautionssystem, bei dem Polizisten oder Staatsanwälte auf die Schnelle Geld verlangen“, betonte Melzner eindringlich. Viele Betroffene berichten, dass die Täter sehr überzeugend sind und ihre Opfer mit psychologischen Tricks zu schnellen Entscheidungen drängen.
Um sich zu schützen, rät der Präventionsexperte, innerhalb der Familie ein Kennwort für Notfälle zu vereinbaren. Dies sollte nur den engsten Angehörigen bekannt sein.
Weitere Betrugsmaschen und wie man sich davor schützt
Neben dem Enkeltrick sprach Melzner über weitere Betrugsarten, die aktuell häufig auftreten. Dazu zählen falsche Gewinnbenachrichtigungen, bei denen Opfer erst Geld überweisen sollen, bevor sie ihren angeblichen Gewinn erhalten. Auch die Gefahr von Partnerbörsen wurde thematisiert: Betrüger täuschen hier romantisches Interesse vor, um später finanzielle Unterstützung zu erbitten.
Ein weiteres, neueres Betrugsphänomen ist das sogenannte „Autobahngold”: Ein angeblicher Geschäftsmann gibt vor, dringend Bargeld zu benötigen und bietet wertlosen Schmuck als Sicherheit an. Besonders gefährlich sei auch das Einrichten von Bankkonten oder Paketstationen für Fremde. „Hier bleibt der gutgläubige Helfer am Ende auf dem Schaden sitzen“, warnte der Kriminalhauptkommissar.
Neben den spezifischen Betrugsmaschen gab Melzner auch allgemeine Tipps zur Sicherheit im Alltag. „Ein gekipptes Fenster ist ein offenes Fenster – sichern Sie Ihre Türen und schließen sie die Fenster!“ riet er. Außerdem sollten man stets wachsam sein, wenn Fremde an der Haustür klingeln und sich als Handwerker, Polizisten oder Amtspersonen ausgeben.
Der Appell an die Bevölkerung
Abschließend appellierte Melzner an die Bevölkerung, verdächtige Vorfälle sofort der Polizei zu melden. „Wählen Sie die 110, wenn Sie sich unsicher fühlen – Ihr Handy kann dann geortet werden. Wir sind auf Ihre Mithilfe angewiesen! Auch wenn es eilt, nehmen Sie sich die Zeit und handeln Sie nicht überstürzt.“
Pfarrer Norbert Götz sagte für den informativen Vortrag ein „Herzliches Vergelt`s Gott”.