Zum 80. Todestag von Pfarrer Karl Kramer haben die Schülerinnen und Schüler der 7. und 8. Klasse der Mittelschule Schnaittenbach ein besonderes Erinnerungsprojekt ins Leben gerufen. Unter der Leitung von Lehramtsanwärterin Isa Bojko erforschten sie das Leben und Wirken des mutigen Geistlichen und gestalteten eine Ausstellung, die nun im Schulgebäude zu sehen ist.

Wer war Pfarrer Karl Kramer?

Karl Borromäus Kramer wurde am 24. Oktober 1881 geboren und wirkte ab 1927 als Stadtpfarrer in Schnaittenbach. Schon früh setzte er sich für die religiöse Erziehung der Jugend und für soziale Gerechtigkeit ein. Doch während der Zeit des Nationalsozialismus geriet er in Konflikt mit dem Regime. Kramer kritisierte offen die antikirchliche Politik, insbesondere das Verbot der Armen Schulschwestern, die bis dahin die Kindererziehung unterstützt hatten. Auch die NS-Ideologie lehnte er entschieden ab und sprach sich in Predigten und seelsorgerischen Gesprächen gegen den Nationalsozialismus aus.
Sein Widerstand blieb nicht unbemerkt. 1944 wurde er aufgrund einer Denunziation wegen Verstoßes gegen das sogenannte “Heimtückegesetz” verhaftet und zu fünf Monaten Haft verurteilt. Er wurde im Gefängnis von Landsberg inhaftiert, wo die Bedingungen unmenschlich waren. Geschwächt von den Strapazen der Haft und mangelnder medizinischer Versorgung verstarb er am 27. März 1945 – nur wenige Wochen vor Kriegsende.

Schüler gestalten Ausstellung

Mit Unterstützung ihrer Lehrkraft haben die Jugendlichen Dokumente und Quellen ausgewertet, um Kramers Geschichte aufzuarbeiten. Ihre Erkenntnisse präsentieren sie in einer selbst gestalteten Ausstellung
„Wir wussten anfangs nicht viel über Pfarrer Kramer, aber je mehr wir über ihn erfahren haben, desto mehr haben wir gemerkt, wie mutig er war“, berichtet ein Schüler der 8. Klasse. „Er hat sich gegen Unrecht gestellt, obwohl er wusste, dass es gefährlich war.“

Schulleiterin Michaela Bergmann lobt das Engagement der Schüler: „Das Projekt zeigt, wie wichtig es ist, aus der Geschichte zu lernen. Karl Kramer ist ein Vorbild für Zivilcourage, und die Schülerinnen und Schüler haben das mit ihrer Ausstellung eindrucksvoll vermittelt.“

Die Ausstellung wird in den kommenden Wochen in allen Mittelschulklassen thematisiert und soll dazu beitragen, das Andenken an Pfarrer Kramer zu bewahren – als Mahnung und als Inspiration, sich auch heute für Gerechtigkeit und Menschlichkeit einzusetzen.