Die Neuwahlen anlässlich der Jahreshauptversammlung der Freien Wähler Kastl erbrachten eine Neubesetzung der Vorstandschaft. Der bisherige 1. Vorsitzende Dominik Kugler trat nicht mehr an. Ihm folgt nun der bisherige Stellvertreter Markus Kaufmann nach.
Bei der anstehenden Neubesetzung gab es einen Staffelwechsel an vorderster Stelle. Dominik Kugler stand, wie bereits im Vorjahr angekündigt, nicht mehr für das Amt des 1. Vorsitzenden zur Verfügung und teilte mit, auch zur Kommunalwahl 2026 nicht mehr antreten zu wollen. Künftig wolle er als Kommandant der Feuerwehr seinen Schwerpunkt im Ehrenamt setzen. Die anwesenden Mitglieder entschieden sich daher einstimmig, den bisherigen 2. Vorsitzenden Markus Kaufmann mit der Führungsposition zu betrauen. Der bisherige weiterer stellvertretender Vorsitzende Walter Zimmermann übernimmt das Amt des 2. Vorsitzenden. Eine weitere Änderung ergibt sich bei den Beisitzern, indem Laszlo Peter die ausscheidende Barbara Wagner ersetzen wird. Andrea Sertl verwaltet weiterhin die Kasse und Martin Schraml setzt sein Amt als Schriftführer ebenfalls fort. Klaus Biersack fungiert ebenfalls weiterhin als Ortssprecher.
Markus Kaufmann bedankte sich bei allen gewählten und ausscheidenden Vorstandsmitgliedern für ihr Engagement, insbesondere bei seinem Vorgänger Kugler für dessen Einsatz für die Freien Wähler. Dem schloss sich der FW-Kreisvorsitzender Hubert Schicker an und dankte Kugler auch für dessen Kandidatur als Bürgermeister bei den letzten Kommunalwahlen 2020. Anschließend ging Schicker auf das Abschneiden der Freien Wähler auf Bundesebene ein. „Wir sind keine CSU 2.0., sondern setzen eigene politische Akzente“, zeigte sich Schicker trotz des auch ihn enttäuschenden Ergebnisses auf Bundesebene kämpferisch für die anstehenden Kommunalwahlen. Auf Landkreisebene gelte es, durch eine Sanierung der Werkstätten im Berufsausbildungszentrum in Wiesau die berufliche Ausbildung zu stärken. Bei der Gesundheitsversorgung komme es nicht nur auf die Krankenhäuser an, sondern notwendig sei auch eine ausreichende ambulante ärztliche Versorgung für den gesamten Landkreis, beispielsweise bei den Kinderärzten. Kreisrat Hermann Schraml ergänzte den Ausblick auf Landkreisebene, indem er auf die finanzielle Situation im Landkreis einging. Die Verschuldung werde Ende 2025 trotz Rekordeinnahmen auf voraussichtlich 58 Millionen steigen. Knapp die Hälfte der Kreisumlage müsse über die Bezirksumlage weitergereicht werden.
Fraktionssprecher Christoph Brand ging auf die aktuelle Situation vor Ort ein. „Das bisherige Kinderhaus platze aus allen Nähten.“ Zur Überbrückung werde daher eine zweite Krippengruppe eingerichtet. Die neue Kinderkrippe sei absolut notwendig, aber finanziell eine Riesenherausforderung. Die Erhöhung der Kindergartenbeiträge um 40% sei angesichts gestiegener Kosten, insbesondere im Bereich Personal und Energie einfach nötig, so leid es auch tue, ebenso wie die Abschaffung des Kindergartenbusses, da hier Nutzen und Kosten und in keinem Verhältnis mehr stünden.
In seinem Ausblick bat der Vorsitzende Kaufmann alle Anwesenden und Mitglieder um Unterstützung der Freien Wähler vor Ort. Es gelte, dem Bürger bei den anstehenden Kommunalwahlen, eine attraktive Liste anbieten zu können. Im Herbst stehe zudem das 55-jährige Jubiläum der Freien Wähler Kastl an. Zudem kündigte er für den 23. Oktober für Familien und alle anderen Interessierten einen Vortrag zum Thema frühkindliche Entwicklung an. Nach einer Diskussion über aktuelle Themen, Wünsche und Anregungen schloss Kaufmann die Sitzung.