Wenn ein Meer aus Smartphones filmt, dann stehen echte Acts auf der Bühne. Taylor Swift, Adele oder die Nachwuchsmusiker der Blaskapelle Dieterskirchen. Denn die durften sich ebenfalls über die mediale Aufmerksamkeit ihrer Gäste bei ihrem Konzert am Sonntag in der Hex´ freuen. Natürlich fanden sich viele Eltern und Großeltern unter den Gästen als Fans, aber auch eine paar Tische, die es einfach genossen, sonntags ein Gratis-Konzert auf die Ohren zu bekommen.
Eine klassische Win-win-Situation, immerhin braucht es ein bisschen Lampenfieber, ein bisschen Fracksausen, für die Bühnenreife. Das geht nicht ohne Publikum, das wusste auch der Vorsitzende des Musikvereins Dieterskirchen, Albert Vetter, der die Gäste begrüßte. Für die Jüngsten in der Musikantenschar, die erst vor zwei Jahren ins Leben gerufene Bläserklasse, war es der zweite große Auftritt vor Publikum. Nervös waren die Frischlinge dafür – zumindest nach außen hin – nicht. Ein jeder durfte die Gelegenheit nutzen, sich und sein Instrument mit einem Solobeitrag vorzustellen. Tenor, Altsaxophon, Trompete, Querflöte, Tuba und Schlagzeug lernen die Schüler einzeln, um sich dann zu einem Klangkörper zusammenzufinden. Die Königsklasse, immerhin heißt gemeinsam musizieren auch auf den anderen zu hören. Und wenn ein Ton mal daneben geht, trotzdem im Ensemble den Einstieg wieder zu finden. Solo geht das nicht. Da heißt es dann absetzen, zurück und nochmal losspielen. Macht nix! Improvisieren gehört zum Musizieren dazu. Wer wüsste das besser als der musikalische Leiter Jürgen Lößl. Er hatte kurz vor Konzertbeginn den Taktstock verlegt – und griff nolens volens zum Haselnuss-Steckerl. Damit dirigierte er Freude schöner Götterfunken zum Auftakt, dann Brunnen-Variationen, ein Dreiländer-Medley und schließlich ließen die Jungmusiker die Bude erzittern. Zu Queens „We will rock you“ stampften sie los und boten auf ihren Blasinstrumenten eine mitreißende Darbietung. Da zückten die Handys hoch. Keine Frage, dass sie eine Zugabe geben mussten. Auch die fiel rockig aus.
Den markigen Schlusspunkt nach weiteren Solobeiträgen setzte die Jugend-Blaskapelle. Sie entführte die Zuhörer zunächst auf die Titanic mit „My heart will go on“. Bevor die ersten Tränen flossen, ließen die Jungmusiker aber ihr Lieblingslied erklingen: Viva la Vida von Coldplay. Stars auf der Bühne auch hier. Die Gäste zuckten mit den Beinen und verabschiedeten sich nach einer weiteren Zugabe beschwingt in den sonnigen Restsonntag.