Die Schulkinder und Lehrerinnen helfen Luke Wüst beim Einladen der Weihnachtspakete. (Bild: Karl Ziegler)

Eslarner setzen ein beeindruckendes Zeichen für Nächstenliebe

Zahlreiche Menschen in der Region unterstützen mit der Spende zahlreicher Pakete mit Grundnahrungsmitteln arme Menschen und Kinder in Rumänien. Dass die Fracht auch sicher nach Siebenbürgen kommt, dafür sorgt ehrenamtlich der Lastwagenfahrer Ludwig Wüst. „Luke”, wie er von seinen Freunden liebevoll genannt wird, nimmt sich seit 20 Jahren an Weihnachten einige Tage Zeit und bringt die gesammelten Pakete zu armen Menschen und hungrigen Kindern. „Jedes Jahr kommen da rund 1400 Pakete zusammen”, so Wüst. Die unerträglichen Zustände in Osteuropa wollen vor allem die Johanniter mit ihrer Aktion „Weihnachtstrucker” auch nach 30 Jahren mit alljährlichen Hilfstransporten lindern. Für den Georgenberger Luke Wüst wurde die Hilfsaktion der Johanniter zur Lebensaufgabe. Nachdem er seit 2003 einige Jahre als Mitfahrer den Lkw-Konvoi begleitet hatte, setzt er sich seit Jahren selbst als ehrenamtlicher Chaffeur ans Steuer. Die Fahrten führten die ersten Jahre nach Serbien, Mazedonien, Moldavien und schließlich in den Süden von Rumänien und waren aufgrund der strengen Grenzkontrollen nicht einfach. „Heute geht es zügig über die Grenzen.” Aktuell ist die arme Region in Siebenbürgen (Transilvanien) bereits das 13. Mal das Ziel. „Alljährlich freuen sich die Menschen vor Ort über die rund 1400 Pakete.” Zudem sammelt Wüst auch Spenden und legt den Erlös aus dem zusammen mit seiner Frau Alice organisierten Weihnachtsmarkt drauf. Auch in diesem Jahr wurden von den Eltern der Eslarner Schulkinder, von den einzelnen Klassen und dem Schulgremium fleißig 12 Pakete geschnürt. Zudem wurde während der vergangenen 30 Tage an der Sammelstelle bei der Familie Reindl im Schellenbach insgesamt 28 Pakete abgegeben und in den Lkw geladen. „Im Namen des CSU-Ortsverbandes möchte ich allen Eslarner Paketspendern und Claudia Balk für die Organisation danken”, so zweiter Bürgermeister Thomas Kleber. Beim Aufladen unterstützt wurde Wüst und Kleber von Julian Burger, Andreas Karl, Josef und Stefan Rupprecht. Einen Dank richtete Luke auch an den Unternehmer Michael Kummer für den bereit gestellten Lastwagen.
Die drei CSU-Nikolausabordnungen überraschten die Kinder bei Hausbesuchen. (Bild: Karl Ziegler)

Parteien halten langjährige Nikolaustradition in Eslarn aufrecht
von Karl Ziegler

Den Brauch der Nikolausbesuche in Eslarn pflegen seit Jahrzehnten örtliche Organisationen. Mächtig viel zu tun hatten aufgrund der 31 angemeldeten Termine zweiter Bürgermeister Thomas Kleber, Gregor Härtl und Eduard Voit. Die drei CSU-Mitglieder schlüpften in die roten Gewänder und überraschten als Nikoläuse die Kinder. Die vorweihnachtlichen Boten begleiteten aus der Jungen Union (JU) jeweils ein Krampus und ein Chauffeur. Neben wenig Tadel gabs vor allem viel Lob für den Nachwuchs, der von den himmlischen Gesandten einiges Wissen wollte. Dagegen überraschte dritter Bürgermeister Bernd Reil von der Freien Wählergemeinschaft (FWG) wie viele Jahre zuvor als Sankt Nikolaus den Nachwuchs in der Kinderkrippe und im Kindergarten. Vor dem Besuch bereitete der Elternbeirat mit FWG-Vorsitzender Karin Stahl zahlreiche Nikolaussäckchen vor. „Den süßen Inhalt finanziert die FWG.” Auch Reil musste viele Fragen der Kinder beantworten. Da kein Schnee auf der Straße und in den Fluren lag und es regnete, wollten die Kinder einiges über die Anreise mit dem Schlitten wissen. „Ich hab den Schlitten extra umgebaut und Räder angebracht”, versuchte Reil die Frage zu beantworten. Ebenfalls von Haus-zu-Haus zu 16 Familien unterwegs war der SPD-Nikolaus (Daniel Biermeier) mit seinem getreuen Krampus (Thomas Reindl) und den Engeln (Dea Dippel und Katja Hierold). Die erhaltenen Spenden aus der SPD-Aktion in Höhe von 370 Euro kommen laut Biermeier in die Heimat-Festkasse. Die Nikolaus-Abordnungen nahmen sich mit dem Grußwort „Ho, ho, ho” bei den Kindern reichlich Zeit zur Unterhaltung. Ein Dankeschön kam an die drei Parteien vor allem von den Familienmitgliedern, die sich für die Beibehaltung der Nikolaus-Aktionen aussprachen und für den „himmlischen Besuch” dankbar zeigten.
Für die größten Kartoffeln gabs Preise.  (Bild: gz)

Bulldogfahren und Kartoffelklauben

Der CSU-Ortsverband bot den 52 Mädels und Jungs ein vielfältiges Ferienprogramm. Vorab stand eine gemütliche Wanderung vom Marktplatz zum Kartoffelacker der Rupprechtfamilie (Bahner) auf dem Stundenplan. Am Feld angekommen boten die Landwirte, 2. Bürgermeister Thomas Kleber und Josef Rupprecht eine Rundfahrt mit den Bulldog. Mit Geduld warteten die Kinder auf die Rückkehr der landwirtschaftlichen Maschinen, während die andere Gruppe mit Claudia Balk und Markträtin Agnes Härtl jeder für sich eine Stofftasche bemalen durfte. Diese diente gleichzeitig zum Sammeln von Kartoffeln. „Für die 18 größten Kartoffeln gibt es Preise”, verkündeten zur Freude aller Vorsitzender Wolfgang Voit. Als die Mädels und Jungs dies hörten, nahmen die Kinder das Feld in Beschlag und pudelten wie zu Omas Zeiten mit der Hand nach den größten Knollen. Das „Zammklaam der Erdäpfeln” erinnert an die Zeit der Großeltern vor über 50 Jahren. Dagegen werden die Erdäpfel heute mechanisch mit dem Kartoffelvollernter gesammelt, erfuhr der Nachwuchs. Auch die Lieblingsspeise Pommes wird aus der Kartoffel hergestellt. Nach der kleinen Zeitreise in die Vergangenheit und Gegenwart des wichtigsten Grundnahrungsmittels folgte Lagerfeuer-Romantik. Jeder durfte über dem offenen Feuer leckere Würstl und Stockbrote grillen und anschließend sich an einem Fußballmatch auf dem Feld beteiligen. Die Rundumversorgung beinhaltete zudem noch Getränke, Brezen , Semmeln und Kuchen, den sich die Erwachsenen zu Kaffee schmecken ließen. Zum Abschluss erhielt jedes Kind eine Packung Chips, Süßigkeiten und eine von Knödlspezialist Burgis gespendete Packung Miniknödel. Ein weiterer Dank für die Preise ging an die Raiffeisenbank und das Geschäft Dippl, sowie an alle HelferInnen. Voll bepackt mit Geschenken und Kartoffeln machten sich die Kinder mit den Eltern auf dem Nachhauseweg. Nach dem Sprichwort „Erdöpfel in da Fröih und mittags in da Bröih“ kommt bei vielen Familien in die folgenden Tagen ein Kartoffelgericht auf dem Tisch.
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