Sulzbach-Rosenberg ist der Mittelpunkt der Welt. Das erklärte Walter Höllerer schon 1977. 48 Jahre später bestätigte sich das wieder einmal: Beim Kammermusikkreis der VHS gab es ein sensationelles Konzert. Das Trio Saitenflügel mit Robert Aust (Klavier), Constanze Schneider (Violine) und Eckhard Kopetzki (Marimba) präsentierte ein sehr tänzerisches Programm, bei dem sich jeder der drei Musiker als phantastischer Virtuose zeigte.
Schon die Auswahl der Werke war außergewöhnlich, denn der mexikanische Komponist Manuel Ponce (1882-1948) ist zwar in seiner Heimat jedem Musikliebhaber ein Begriff, hierzulande aber noch eine Neuentdeckung. Das zweite Alleinstellungsmerkmal des Konzerts war die Besetzung des Trios Saitenflügel. Das gibt es außerhalb der VHS-Kammermusikreihe wahrscheinlich nirgends, zumal ein Weltstar an der Marimba zu hören war, nämlich Eckhard Kopetzki. Er ist Schlagzeuger und vor allem Komponist für Percussionsinstrumente. Er gehört zu den ganz wenigen Komponisten, die Literatur für Marimba veröffentlichen. Er hatte auch Manuel de Fallas „Spanischen Tanz“ und Antonín Dvořáks „Schottische Tänze“ sehr einfühlsam für das Trio Saitenflügel gesetzt. Ein besonderes Erlebnis war die Uraufführung seiner „Souvenirs du Berceau“, in denen er seine musikalische Entwicklung nachzeichnet. Mitreißend!
Die zweite Entdeckung des Abends war - für das Oberpfälzer Publikum – Manuel Ponce. Aust ist musikalischer Leiter der Manuel-Ponce-Foundation und interpretierte die „Balada Mexicana“, die „Rapsodia Mexicana“ und die „Gavota“ mit tiefem Verständnis und eleganter Gestaltung. Mit stürmischem Beifall forderte das begeisterte Publikum eine Zugabe, und bei Harry Breuers spritzigem Ragtime „Bit O’ Rhythm“ zeigte sich das Trio Saitenflügel noch einmal von einer ganz anderen Seite. Bei den rasanten Marimbaläufen wippten alle Füße. Das machte einfach Spaß und weckte die Vorfreude auf die 63. Konzertreihe, die am 15.10. vom Quinton-Ensemble, einem Holzbläserquintett, eröffnet wird.