Sie kamen als Botschafter: gemeint sind die Sängerinnen und Sänger des Jugendchores „Grazie A Dio“. Zum ersten Mal überschritten sie als Chor die Oberpfalz-Grenze und traten in Oberfranken, nämlich in der katholischen Herz-Jesu-Kirche in Marktredwitz auf. Ihre Heimatpfarrei ist die Leonberger Pfarrei St. Leonhard bei Mitterteich. Die eigentliche Botschaft, die sie überbringen wollen, ist die „Aktion Feuerkinder“; dafür engagieren sie sich schon seit vielen Jahren und haben eine beträchtliche Summe „ersungen“.
Rund 200 Besucher waren der Einladung gefolgt, um das 75-minütige Konzert zu erleben. Pfarrer Pater John begrüßte den Chor und die Gäste. Er wies darauf hin, dass gerade in der Fastenzeit die Teilnahme an einem derartigen Benefizkonzert ein echtes Fasten bedeute.
Der 20 köpfige Jugendchor stand unter der Leitung von Michaela Burger, die nicht nur das Dirigieren meisterhaft beherrschte sondern auch mit Geschlossenheit eine harmonische Grundstruktur erzeugte. Esther Götz am Keybord leistete „Schwerstarbeit“. Verschiedene Sprecher des Chores trugen theologische und spirituelle Texte vor, so dass die einzelnen Partien verständlich wurden. „Du führst uns durch die Dunkelheit, du bist unser Licht“ wurde am Anfang des Konzertes angeführt, so dass auch der Tenor des 1. Teil deutlich wurde. Sehr unterschiedlich waren die Darbietungen „Geistliche Lieder“: mal leise, mal kräftig, mal nachdenklich, mal beschwingt, insgesamt sehr abwechslungsreich. Mit „Ich habe ein Gefühl“ war die Rede von einem liebenden, gütigen Gott, der wie die Sonne im Herzen leuchtet. Mit dem anfrikanischen Gospel „Wasma ajelile“ und dem Lieblingslied des Chores „Zehntausend Gründe“ wurde aufgefordert, in die Welt hinauszugehen und und Gott zu preisen.
Die geplante Pause war keine Pause. Der Chor konnte sich erholen, aber die Besucher bekamen beste Kost.
Lousia Teubner und Paula Fuhrmann, die jüngsten im Chor, sangen „A million dreams“ aus dem Musical- Film „The greatest showman“ Vielversprechende Talente! Christoph Habel erntete mit der Ballade der Rockband „Bon Jovi“ überaus großen Applaus. Mit Gitarre, Gesang und Gänsehautmomenten eroberte er mit „Bed of Roses“ die Herzen der Besucher.
Dr. Annemarie Schraml aus Waldsassen stellte das Projekt „Feuerkinder Tansania“ vor. Sie berichtete, dass sie seit 2000 mehrmals im Jahr mit anderen Orthopäden und anderen Fachpersonal in die Stadt Koaranga in die dortige Klinik reise, um Kinder und Jugendliche kostenlos zu behandelt. Es handelt sich um Fehlstellungen an Beinen und Händen zu operieren, die zum Teil durch Verbrennungen entstanden sind. Aber auch viele Patienten mit Klumpfüssen oder extremen O und X Beine Leidenden sind darunter. Mangels finanzieller Möglichkeiten wird die Behandlung kostenlos angeboten Evangelische und katholische Hilfsprojekte helfen. Es soll ein Ausgleich zwischen weißen und schwarzen Bewohnern geschaffen werden. Die Kinder sollen zur Schule gehen können, aber auch einen Beruf erlernen können , so dass man auch in der Ausbildung tätig sei. Das ganze Hilfsprojekt stehe unter dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“. Dr. Schraml: „Es ist für mich ein unbeschreibliches Gefühl, wenn ich sehe, wie diese Menschen zur Schule gehen, den Führerschein machen, eine Ausbildung machen und Arbeiten gehen.“.
Im zweiten Teil des Konzertes lud der Chor ein, sich in die faszinierende Welt der Alpenlandschaft hineinzudenken. Die letzten Lieder führten in die Vergangenheit in die Jahre 1977 und 1961. Zwei Klassiker der Musikgeschichte sollten dies verdeutlichen: „Thank you for music“ von ABBA und „Stand by me“ von Ben E.King. Dieses Lied kann als Hymne der Solidarität und Nächstenliebe gedeutet werden. Das Konzert wurde erst mit einem Segenslied beendet, nachdem der Chor zwei Zugaben durch anhaltenden Applaus „spendiert“ hatte.