Veröffentlicht am 24.01.2025 12:23

Gefiederte Spitzenathleten aus der Oberpfalz Deutsche Meister

von Robert Dotzauer

Die Brieftauben-Ausstellung der Reisevereinigung Pegnitz in der Halle des Kleintierzuchtvereins Speinshart/Tremmersdorf stieß auf ein bemerkenswertes Interesse (Bild: Robert Dotzauer)
Die Brieftauben-Ausstellung der Reisevereinigung Pegnitz in der Halle des Kleintierzuchtvereins Speinshart/Tremmersdorf stieß auf ein bemerkenswertes Interesse (Bild: Robert Dotzauer)
Die Brieftauben-Ausstellung der Reisevereinigung Pegnitz in der Halle des Kleintierzuchtvereins Speinshart/Tremmersdorf stieß auf ein bemerkenswertes Interesse (Bild: Robert Dotzauer)

Das Verhältnis der Menschen zu Tauben ist eindeutig. Sinnbild des Friedens werden sie genannt. Besonders weiße Brieftauben symbolisieren Glück. Über viele Jahrtausende brachten die Tiere lebensrettende Botschaften. In jüngster Zeit machen Tauben eher negativ von sich reden. Besonders die Bewohner der größeren Innenstädte müssen sich mit dem Taubendreck auseinandersetzen. „Aber Brieftauben sind da nicht dabei“, korrigiert Josef Dötsch aus Frankenberg. Der passionierte Züchter ist Vorsitzender der Reisevereinigung Pegnitz. So heißt der örtliche Verein der Deutschen Brieftaubenzüchter mit Einsatzstellen in Immenreuth, Kirchenlaibach, Pressath und Thurndorf. Am Wochenende trafen sich die Mitglieder zur traditionellen Ausstellung mit anschließenden Meisterehrungen für die Wettflugsaison 2024 im Kleintierzüchterheim in Tremmersdorf.

Das Wohl der Tiere steht im Vordergrund

Während die Zahl der Züchter stetig sinkt, waren im beschaulichen Tremmersdorf die Brieftauben-Enthusiasten hin und weg von ihrem tierischen Hobby. Die Aktiven atmeten in der gurrenden Atmosphäre der Ausstellungshalle „Brieftaubenkultur“. Beim Richten der Tauben ging es um Worte wie Sprinter, Standard-Weibchen- und Männchen, Preistauben, Altflüge und beste Gesamtleistungen. Eine weitere Feststellung machte die Runde. „Es geht uns um das Wohl der Tiere“. Ein Kernsatz. Denn bei den Wettflügen werde streng auf das Tierwohl geachtet, stellte der Vereinsvorsitzende klar.

„Wir sind alle daran interessiert, dass die fliegenden Schätze wieder heim kommen“, betonte Rudi Fremuth. Er gehörte zu den Champions der Ausstellung. Mit seinen fliegenden Rennern kam der Pressather bei der Deutschen Brieftaubenausstellung 2024 in Kassel zu Meisterehren. Zweimal Klassensieger und zweiter Gesamtsieger Deutschlands, ein sensationeller Erfolg. Auch die regionale Verbandsmeisterschaft sicherte sich das Züchter-Urgestein. Zudem bedeutete das erfolgreiche Abschneiden bei allen 13 Einsätzen mit Flügen bis zu 550 Kilometern Rekord im Regionalverband Oberpfalz.

Rudi Fremuth Deutscher Meister

Über sein Erfolgsgeheimnis hielt sich Rudi Fremuth bedeckt. „Bei den Wettflügen muss alles stimmen“, befand der Züchter, um dann doch noch auf wichtige Voraussetzungen zu verweisen. „Temperaturen, Windverhältnisse, Thermik, gute Sicht, Sonnenstand und Magnetfeld“. Für die Tauben oftmals große Herausforderungen. Fremuth verwies zudem auf die laufenden Verbindungen der Züchter mit einem meteorologischen Dienstleister. „Bei ungünstigen Wettervorhersagen lassen wir unsere Schätze erst gar nicht starten“. Mit dieser Feststellung begegnete Josef Dötsch auch der Kritik von Tierschützern über die Zweifelhaftigkeit von Preisflügen. „Bei uns herrscht die Devise Sicherheit zuallererst“, betonte der Vorsitzende. Zudem erfahre das edle Federvieh bei den Züchtern eine liebevolle Pflege mit bestem Futter und einer täglichen Schlagreinigung. „Selbst Bademöglichkeiten stehen zur Verfügung“, merkte der Vereinschef an.

Siegerehrung


Den Anmerkungen des Vorsitzenden folgten Rückblicke auf die Reisesaison 2024 mit insgesamt 13 Flügen mit 7227 Tauben im Altflug und 5873 Tauben bei den Jungflügen. Ein Reisejahr ohne Ausreißer und einer Preis-Ausbeute bis zu 35 Prozent. Viel Aufmerksamkeit genoss nach dem sogenannten Richten der gurrenden Geschöpfe die zweigeteilte Auszeichnung für die besten Tiere der Ausstellung und die Ehrung der RV-Meister für das Reisejahr 2024. Mit Blick auf die Ausstellungsergebnisse würdigte Josef Dötsch seinen Züchterfreund Gerhard Brunner für die beste Gesamtleistung, gefolgt von Willi Lehner und Rudi Fremuth. Es folgte die Überreichung vieler Ehrenpreise für die unterschiedlichen Klassen.

Bei der Ehrung für herausragende Flüge im Reisejahr in der Gaststätte des Züchterheimes, unterteilt in Alt- und Jungflüge mit Starts unter anderem in Vouziers (Frankreich), Bettembourg (Luxemburg) und Bad Kreuznach strahlte einmal mehr Seriensieger Rudi Fremuth. Auf der Siegerliste vertreten waren auch die Namen der Züchter Gerd Wessels, Gerhard Brunner, Josef Dötsch, Norbert Prechtl, Alfred Kreuzer, Manfred Müller, Harald Held, die SG's Dippl und Kunnert und Max Opitz. Hinzu kamen bei den RV-Pokalmeister-Ehrungen Alberto Cotayo, Willi Lehner, Erwin Scherm und Bernhard Schultes. Ein ähnliches Bild ergab sich bei der Auszeichnung mit RV-Ehrenpreisen und Verbandsmedaillen.

Auch die beachtlichen Erfolge der Züchter Rudi Fremuth, Gerd Wessels und der Züchtergemeinschaft Dippl als Verbandsmeister im Regionalverband Oberpfalz hob Vorsitzender Josef Dötsch noch einmal hervor. Zu den Gratulanten gehörte der stellvertretende Landkreischef Albert Nickl. Nach dem gut besuchten Ehrungsabend endete das Ausstellungswochenende mit der Versteigerung von Spendertauben. Der besondere Dank von Vorstand Josef Dötsch galt dem Orga-Team der Ausstellung und der Gastgeberrolle des Kleintierzuchtvereins Speinshart und Umgebung.

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