„Gott segne das ehrbare Handwerk“ Unter diesem Leitspruch erinnerte der Zunftverein der Maurer und Zimmerer zusammen mit seinen Brudervereinen den 119. Jahrestag der Gründung ihres Zunftvereins.
Der 119. Jahrestag des Zunftvereins der Mauerer und Zimmerer in Schmidmühlen ist jedes Jahr ein Festtag für die Vereinsmitglieder und die Gemeinde, auch wenn der Feiertag zu Ehren des Heiligen Josef bereits 1968 als gesetzlicher Feiertag abgeschafft worden ist. Dazu gehört in Schmidmühlen alle Jahre der Kirchenzug des einzigen Zunftvereins im Landkreis Amberg-Sulzbach zusammen mit dem Patenverein, den Zimmerleuten und Schreinern aus Amberg mit seinem Vorsitzenden Josef Donhauser, dem Bruderverein der Maurer und Zimmererleute aus Regenstauf mit seinem Vorsitzenden Wolfgang Assmann, dem Fachverein der Maurer aus Deggendorf mit seinem Vorsitzenden Franz Pongratz und dem Fachverein der Maurer und Steinmetze aus Straubing Hermann Wutz.
Eine Woche vorher waren die Mitglieder des Zunftvereins der Maurer und Zimmerer beim Patenverein der Zimmerer und Schreiner in Amberg zu Gast gewesen, um dort die Partnerschaft der Zunftvereine untereinander zu untermauern.
Am vergangenen Sonntag waren die Schmidmühlener die Ausrichter des Josefi-Tages gewesen, auch wenn der Namenstag ihres Schutzpatrons heuer am Mittwoch, 19. März 2025 gefeiert worden ist. Zusammen mit der Blaskapelle St. Ägidius holten die Abordnungen der Zunftvereine Bürgermeister Peter Braun und die Marktgemeinderatsmitglieder beim Rathaus ab, ehe sie in die Pfarrkirche St. Ägidius einzogen.
In der Bibel ist von ihrem gemeinsamen Schutzheiligen nur selten die Rede gewesen. Nur ein paar Fundstellen gibt es, in denen er erwähnt wird. Der Heilige Josef stammt aus dem Haus David.
Viele erinnern sich noch an die Zeit der sechziger Jahre, als sein Namenstag in Bayern ein gesetzlicher Feiertag gewesen ist. Doch 1968 ist es damit vorbei gewesen. In einigen österreichischen Bundesländern ist am Josefstag aber heute noch schulfrei.
Wie man sich an den Stammtischen erzählt, galt der 19. März früher als Einstellungstag für Saisonarbeiter im Handwerk und in der Landwirtschaft, da um diese Zeit der Winter dem Ende zugeht und der Frühling beginnt: „Wenn’s erst mal Josefi ist, endet auch der Winter ganz gewiss“, besagt eine alte Bauernweisheit.
Für viele Landwirte und Handwerker begann früher rund um den Josefitag die Arbeitssaison. In Bayern gibt es in Bayern seit den 70er Jahren die „Königlich Bayerische Josefs-Partei“, deren Ziel es ist, den 19. März wieder als Feiertag einzuführen, wissen die Mitglieder der Zunftvereine zu erzählen. Die Zunftleute pflegen auch noch gerne an den Zimmermannsklatsch, der an diesen Festtagen immer gezeigt worden ist. Eine Tradition, die bis vor einigen Jahren in Zusammenarbeit der Zunftvereine aus Amberg und Schmidmühlen zu sehen war.
„Gott segne das ehrbare Handwerk“ – mit diesem Leitspruch ist der 1906 gegründete Zunftverein der Mauerer und Zimmerer aus Schmidmühlen schon immer gut gefahren. Unter diesen Leitspruch stellte Vorsitzender Günther Bauer auch den 119. Jahrestag. Die Mitglieder der doch recht dünn gesäten Zunftvereine aus der Region pflegen mehr denn je ihre tiefe Verwurzelung zu den handwerklichen Berufen, auch wenn die Mitliederzahlen mehr oder weniger stagnieren.
Der heilige Josef steht im Mittelpunkt des Jahrestages, erinnerte Pfarrer Norbert Grosse im Gottesdienst. Heuer war man zur weltlichen Feier im Schloss-Stadl bei Gabriele Kirschner zusammengekommen, um in geselliger Runde den Jahrestag zu feiern. Zur Unterhaltung spielte das Trio „Saba z´dreckat“ auf.
Wie Bürgermeister Peter Braun sagte, sei man in Schmidmühlen stolz darauf, dass diese Tradition des Jahrestages und der Josefi-Feier weiter gepflegt wird. „Wir freuen uns aber auch, dass die Brudervereine wieder nach Schmidmühlen gekommen sind, um diese Tradition zu pflegen.“ Für 60 Jahre Vereinszugehörigkeit wurde Josef Luschmann geehrt.