Waldbewirtschaftung ist anspruchsvoll. Der Klimawandel mit zunehmender Trockenheit und Borkenkäfermassenvermehrung macht ihm zu schaffen. Waldbesitzer setzen auf Mischwälder mit mehr Baumarten als bisher. Das Bildungsprogramm Wald (BiWa) des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Tirschenreuth-Weiden (AELF TW) stößt bei Waldbesitzern daher auf ungebrochenes Interesse. An sechs Veranstaltungstagen mit Abend- und Onlinevorträgen sowie zwei Praxistagen wurde den 20 Teilnehmern der vielseitige Bereich effektiver und sinnvoller Waldbewirtschaftung nähergebracht. Referenten des Forstamtes informierten über Baumarten unserer Wälder, Maßnahmen gegen Schadinsekten und gegen Mäuse, Naturschutz, Bestandsgründung, Forsttechnik und Walderschließung, Pflege von Waldbeständen, Holzernte sowie Rechtsgrundlagen für Waldbesitzer. Michael Bock von der FBG Neustadt Süd informierte über die Aufgaben von Forstlichen Zusammenschlüssen als Selbsthilfeeinrichtung der Waldbesitzer.
Die Abschlussveranstaltung bildete ein Praxistag im Eschenbacher Stadtwald mit Revierförster Martin Gottsche. An vielen Vorzeigeobjekten konnte er anschaulich Erfahrungen und Erkenntnisse aus der waldbaulichen Praxis vermitteln. „Herausforderungen wie der Klimawandel und die Ansprüche der Gesellschaft an den Wald nehmen zu“, fasste er zusammen. „Umso mehr freut es mich, dass engagierte Waldbesitzer sich weiterbilden und aktiv werden.“
Gottsche bevorzugt zwar Naturverjüngung, weil sich die Wurzeln ohne Verletzungen ausbilden können, dennoch führe oft an Pflanzung kein Weg vorbei. „Um klimastabile Mischbaumarten in unsere Wälder zu bringen, muss gepflanzt werden“, sagte er. Unter anderem stellte er den Teilnehmern einen „ganz speziellen Pflanzspaten“ vor, der sich für sandige Böden optimal anbietet und demonstrierte das einfache und schnelle Pflanzverfahren, das sich jedoch nur für Containerpflanzen eignet. Der zweite Teil des Praxistags verging mit praktischen Übungen zur Wiederaufforstung.
Das Forstamt hatte das Bildungsprogramm überarbeitet, um den Teilnehmern neben der nötigen Theorie vor allem praktische Übungen zu ermöglichen. „Im Wald kann man auch am besten alles über den Wald und seine Bewirtschaftung lernen“, sagte Günter Dobler, Abteilungsleiter am Forstamt Pressath, der den Kurs organisierte. „Am Bildungsprogramm Wald sind alle Försterinnen und Förster des Amtes beteiligt“, stellte er heraus. „In ca. einem Jahr startet der nächste Kurs, diesmal mit örtlichem Schwerpunkt im Landkreis Tirschenreuth.“
Unter weiterbildung.bayern.de kann man sich über Kursangebote in ganz Bayern informieren.