Bürgermeister Hans Prechtl (rechts) und Kommandant Michael Altrichter mit der neuen Schutzkleidung der Freiwilligen Feuerwehr Stulln. (Bild: Tobias Reitmeier)

Neue Schutzkleidung für die Feuerwehr Stulln

Ein brennendes Haus, ein Verkehrsunfall, ein Notruf in der Nacht – wenn die Feuerwehr ausrückt, zählt jede Sekunde. Doch genauso wichtig wie Schnelligkeit ist die richtige Ausrüstung. Dazu zählt insbesondere auch die Einsatzkleidung. Die Freiwillige Feuerwehr Stulln freut sich aktuell ganz besonders: Bürgermeister Hans Prechtl konnte vor Kurzem symbolisch die neue Schutzkleidung für die 56 Aktiven an Kommandant Michael Altrichter übergeben. Der Gemeinderat hatte die Beschaffung bereits anhand der Bedarfsplanung vor einigen Monaten einstimmig beschlossen. Die bisherige Kleidung war 25 Jahre alt und stark abgenutzt. Altrichter organisierte im vergangenen Herbst Tragetests mit verschiedenen Modellen. Die Mannschaft sprach sich geschlossen für die Kleidung eines führenden Herstellers aus dem deutschsprachigen Raum aus. Bürgermeister Prechtl betonte bei der Übergabe: „Mein Dank gilt den Mitgliedern der Feuerwehr für ihren hervorragenden Dienst. Die Gemeinde schätzt die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr sehr. Es ist wichtig, dass sie nicht nur gut aufgestellt, sondern auch gut ausgestattet ist. Daher freut es mich besonders, dass wir pünktlich zum großen Jubiläumsjahr die Beschaffung möglich machen konnten. Die Feuerwehr ist uns das wert.” Die Schutzkleidung sei einer der wesentlichen Faktoren, um gut und sicher zu den Einsätzen fahren zu können, so Prechtl weiter. Die neuen Jacken und Hosen für die Feuerwehrleute kosten insgesamt rund 89.000 Euro. Pünktlich zum 150-jährigen Bestehen der Feuerwehr, das vom 04. bis 07. Juli 2025 mit einem viertägigen Fest gefeiert wird, ist die Mannschaft nun in Sachen Schutzkleidung optimal ausgerüstet.
Am Ehrenmal in Stulln gedachten Bürgermeister Hans Prechtl (am Rednerpult) und Pfarrer Dr. Thomas Hösl (links) nicht nur der ums Leben gekommenen Männer, Frauen und Kinder aus Stulln, sondern aller, die gewaltsam aus dem Leben gerissen wurden.  (Bild: Stefan Wittmann)

51 Stullner Schicksale stehen für das Leid des Krieges

Am Volkstrauertag gedachten Pfarrei, Gemeinde und Vereine nach dem Gottesdienst in einer würdigen Feier vor dem Ehrenmal der Opfer von Krieg und Gewalt. Eine Abordnung der Musikkapelle Schwarzenfeld umrahmte die Zeremonie. Beim Lied vom guten Kameraden und gesenkten Fahnen wurden drei Salutschüsse abgefeuert. Pfarrer Dr. Thomas Hösl beleuchtete in seiner Predigt, dass viele Familien den Verlust von Angehörigen zu beklagen hatten. Eine Erinnerungskultur ist deshalb wichtig. In Fürbitten brachte er die Anliegen der Kirche zum Ausdruck. Bürgermeister Hans Prechtl spannte in seiner Ansprache einen weiten Bogen von den Wahlen in Amerika, dem beeindruckenden Kriegerdenkmal in Straßburg, das eine Mutter mit zwei sterbenden Söhnen zeigt, bis zur Situation in Stulln zum Ende des zweiten Weltkriegs. In Stulln fanden viele Flüchtlinge und Vertriebene eine neue Heimat. Da es im Bergbau viele Arbeitsplätze gab, hat sich die Einwohnerzahl von 1945 bis 1947, also innerhalb von zwei Jahren, mehr als verdoppelt. „Das war eine tolle Integrationsleistung”, lobte Prechtl und stellte heraus, dass sich viele Heimatvertriebene in den Vereinen, im Gemeinderat und in Person von Adolf Prokisch auch als Bürgermeister engagiert haben. Der Bürgermeister rief dazu auf, die Folgen von Krieg und Vertreibung nicht auf Zahlen zu reduzieren, die oft emotionslos zur Kenntnis genommen werden. „Viele Schicksale haben unsere Erinnerung verdient”, bekräftigte Prechtl mit Blick auf die Metalltafeln am Kriegerdenkmal, auf denen 51 Namen von Stullner Kriegsopfern vermerkt sind. „Jedes Opfer hatte einen Namen, eine Lebensgeschichte, eine Familie, Träume und Wünsche”, die der Krieg abrupt beendete. Für die Soldaten- und Kriegerkameradschaft stellte Helmut Kramer eine Blumenschale am Ehrenmal nieder. Er dankte allen Mitwirkenden für die würdige, feierliche Gestaltung des Volkstrauertages. Traditionsgemäß schloss sich ein Frühschoppen im Gasthaus Bodensteiner an.
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