Die geehrten Mitglieder des Chors „Sing mit” mit Pfrin Mirlein (Bild: Christina Ponader)

19 Sänger:innen geehrt

Im Rahmen der Feier von 120 Jahre evangelischer Kirchenchor in Vohenstrauß wurden an Epiphanias im Gottesdienst Sängerinnen und Sänger des ökumenischen Chors „Sing mit” geehrt. Eine der Chorleitungen, Ulrike Kießling, betonte in ihrer Vorrede: „Wir sind dankbar für eine so reiche evangelische Chortradition. Und doch sind unsere Zeiten besonders: nur während der Corona-Pandemie waren Proben nicht möglich. Selbst in den Zeiten des Zweiten Weltkriegs gab es eine Gruppe Frauen, die gemeinsam gesungen haben. Wir ehren heute unsere Sänger:innen aus dem Kirchenchor und dem Chor Vivace. Seit November 2023 bilden die beiden Chöre einen gemeinsamen Chor „Sing mit” mit zwei Chorleitungen.” Die Ehrungen wurden für die Jahre 2021 bis 2025 vorgenommen. Der Präsident vom Verband evangelischer Chöre in Bayern e.V. schreibt dazu: „Wichtigste Aufgabe unseres Singens ist: Gottes frohe Botschaft von seinem Leben mit uns und unter uns weiterzusagen und so andere Menschen für das Evangelium gewinnen. Danke für ihre Stimme, ihr Engagement und ihre Beharrlichkeit, die Sie dem Chor geschenkt haben. So haben sie andere am Reichtum der Musik teilnehmen lassen.” Für 10 Jahre wurde Jakob Stahl geehrt. Für 20 Jahre wurden Elke Bantelmann-Artinger, Christina Ponader, Norbert Schwartz und Roland Suckart geehrt. Für 25 Jahre Gabi Albrecht, Jürgen Hilburger, Anke Mittelmeier, Uli Münchmeier und Bärbel Riedel. Für 30 Jahre Johanna Hopf. Für 40 Jahre Heike Schaller. Für 45 Jahre Erich Hilburger und Ulrike Suckart. Für 50 Jahre Gerhard Stahl. Besondere Treue zeigten mit 65 Jahren Erika Hilburger, Dieter Hofmann und Christa Suckart. Außerdem wurde Ulrike Kießling wurde für 30 Jahre Chorleitung geehrt. „Danke für deine ruhige, geduldige, bestimmte und freundliche Leitung und Führung. Und für deine besondere Freude an der Chorarbeit. Das ist für uns unverzichtbar und dem gebührt ein besonderer Dank aus dem ganzen Chor”, so Chorleitung Christina Ponader. „Heute ist ein besonderes Fest der Musik, danke und weiterhin viel Freude am Gottesgeschenk der Musik”, so Pfrin Gudrun Mirlein.
 Christina Ponader, Siegfried Kratzer und Dorothea Woiczechowski-Fried  (Bild: Arno Speiser )

Lesung zum Auftakt der Langen Nacht der Demokratie

Am 19. September fand der Auftakt zur diesjährigen Langen Nacht der Demokratie statt – eine Lesung mit Dr. Dorothea Woiczechowski-Fried und Siegfried Kratzer zu „Leben und Überleben“. Das Restaurant Friedrich in Vohenstrauß war mit 46 Teilnehmenden aus Amberg bis Bärnau voll besetzt. Die Evangelische Kirchengemeinde und die fördernde Stelle vom Bundesprogramm „Demokratie leben!“ zeigten sich hocherfreut. Dr. Dorothea Woiczechowski-Fried aus Tirschenreuth ist seit 2010 mit ihrem Ehemann Alexander Fried deutschlandweit in Schulen zum Thema Holocaust unterwegs. Seit seinem Tod führt sie die Arbeit alleine fort. Sie las aus einem sehr bewegenden Interview: Dort werden die prägendsten Erlebnisse aus dem Lager und vom Todesmarsch geschildert, die überraschend menschlichen und die unvorstellbar grausamen. Das Ziel von Alexander Fried war immer die Versöhnung: „Ihr seid nicht für die Vergangenheit verantwortlich, aber für die Zukunft.“ Das Publikum war sehr beeindruckt und bewegt. Im zweiten Teil der Lesung schilderte Siegfried Kratzer aus Amberg seine Intention sich mit Bonhoeffer auseinanderzusetzen: Unsere Gesellschaft stünde vor großen Schwierigkeiten, wenn wir denken würden, dass die Vergangenheit mit heute nichts mehr zu tun hat. Er gab einen Einblick in die Widerstandsgruppe, der auch Theologe Dietrich Bonhoeffer angehörte. Insbesondere warf er einen Blick auf Bonhoeffers Engagement für die Juden im Dritten Reich: Vom Protest in der bekennenden Kirche gegen den Arierparagraphen bis zum aktivem Widerstand gegen Hitler. „Bonhoeffer ist das, was man heute einen Ally nennen würde: jemanden, der sich mit seinen Privilegien für diejenigen einsetzt, die diskriminiert werden“, so Moderatorin Christina Ponader. Das kulinarische Angebot des Restaurant Friedrich und der Büchertisch der Buchhandlung Rode rundeten den Abend ab. Die Veranstalter hoffen auf weiterhin so gute und nachhaltige Begegnungen und Impulse bei den kommenden Veranstaltungen der Langen Nacht.
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