Am vergangenen Freitag fand die Jahreshauptversammlung des Imkervereins Weiden und Umgebung statt. Vorsitzender Georg Wallisch berichtete von einen schwierigen Bienenjahr, das zwar mit einem warmfeuchten Jahresbeginn gute Frühtracht lieferte, was aber zu teils sehr hohen Wassergehalten im Honig führte. Die größte Herausforderung war jedoch der massenweise Eintrag von Melezitose-Honig, der in den Waben so fest auskristallisierte, dass er nicht wie normaler Honig ausgeschleudert werden konnte. Von diesem Phänomen waren Imker flächendeckend in ganz Süddeutschland betroffen. Die meisten Imker mussten deswegen diese Zementhonig-Waben entsorgten. Mittels Schmelz- und Pressverfahren konnte aber ein Teil dieses sehr aromatisch schmeckenden Waldhonigs gewonnen werden. Der Honigmarkt steht weiterhin unter einem starken Preisdruck durch billige und in vielen Fällen gepanschte Honigimporte aus Fernost. Durch die mediale Berichterstattung würden die Verbraucher zunehmen sensibler für regionale Produkte. Der Imkerverein führt dazu auf seiner Webseiten neben anderen Informationen zum Thema Imkerei auch eine Liste mit Honigverkaufsstellen lokaler Imker. Regionalen Honig und viele Informationen zu Bienen & Natur bot der Imkerverein auch beim 1. Neustädter Erntedankmarkt im vergangenen Oktober an, was großen Anklang bei den Besuchern fand. Ebenso war der Verein am Schulfest der Grundschule Bechtsrieth vertreten, wo Schülerinnen und Schüler sowie die Eltern Honig verkosten und ein Bienenvolk bestaunen durften. Weitere Vereinsaktivitäten waren neben den regelmäßigen Monatsversammlungen das Sommerfest beim Schlosswirt in Rupprechtsreuth sowie der Probeimkerkurs, bei dem acht Jungimker nach einem erfolgreichen Jahr Probeimker-Kurs ihre Teilnahmeurkunden zum Abschluss im November erhielten.
Im Anschluss an den Jahresbericht des ersten Vorsitzenden schlossen sich der Bericht des Kassiers Michael Melchner an. Die Kassenprüfer Stefan Schuster und Johannes Höning bescheinigten eine einwandfreie Kassenführung und empfahlen die Entlastung der Vorstandschaft, was von der Versammlung einstimmig angenommen wurde.
Als Vertretung für Oberbürgermeister Jens Meyer war Stadträtin Brigitte Schwarz erschienen, die in ihrem Grußwort den Imkern für ihr Engagement für Natur und Umwelt herzlich dankte. Sie werde das Thema Imkerei und die Arbeit des Imkervereins weiterhin mit großem Interesse verfolgen. Zum Dank überreichte ihr Vorsitzender Georg Wallisch ein Glas des besonderen Melezitose-Honigs aus dem vergangenen Bienenjahr.
Über ein völlig anderes Themengebiet referierte zum Schluss Steuerberater Florian Vogel, der Einblick zum Thema Steuerrecht für Imker gab. Schwerpunkt lag hier, wann der Honigverkauf von Hobbyimkern relevant für das Finanzamt ist und welche Rechte aber auch Pflichten ein Anmeldung als Gewerbe mit sich bringt. Die meisten Hobbyimker werden jedoch deutlich unter der steuerrelevanten Grenze für Verkaufsgewinne bleiben, so dass hier keine Angabe in der Steuererklärung notwendig ist. Als Dankeschön für seinen Vortrag überreichte Vorsitzender Georg Wallisch ebenfalls einen Honig aus eigener Imkerei.