Das Kulturforum Wernberg-Köblitz lud zu einem heimatgeschichtlichen Beitrag ein, der 2. Vorsitzende Hermannn Meiller konnte im Landgasthof Burkhard eine gute Zahl von Interessierten begrüssen. Referent war Rainer Christoph, der sich seit 1990 intensiv mit grenzüberschreitenden Projekten und Publikationen beschäftigt. Durch eine Powerpoint Präsentation wurde sein Vortrag lebhaft gestaltet, er erwies sich als profunder Kenner unserer Heimat mit seiner bewegten Geschichte. Wie kam es zu dem Begriff „Verbotene Strasse”? Die Zeit um das Jahr 1350 war eine unruhige Zeit, Kaiser Karl IV, der Luxemburger, versuchte angestrengt eine Brücke zwischen Luxemburg und Prag zu schlagen. Er wollte sich auf eigenem Territorium bewegen und erwarb eine Anzahl von Orten die er kaufte oder in Besitz nahm. So konnte er in Sicherheit reisen und musste keinen Zoll bezahlen. Dies war die „Goldene Strasse” von Nürnberg nach Prag, deren Verlauf bei Hirschau über Kohlberg, Weiden, Neustadt, Plößberg, Bärnau, Tachov, nach Kladruby führte. Der viel leichtere Weg von Hirschau über Schnaittenbach Wernberg, Leuchtenberg, Vohenstrauss, Pleystein, Waidhaus, Rozvadov, Primda, Bor nach Kladruby, die „Pfraumberger Trasse” war verboten, sie passte nicht ins System. Sie führte durch das Gebiet der Leuchtenberger Grafen, das dem Kaiser nicht behagte und deren Benutzung er deshalb verbot. Darum der Name „Verbotene Strasse”. In einer sehr spannenden, reich mit Bildern untermalten Reise schilderte Herr Christoph diese verbotenen Strecke mit den vielen geschichtlichen und denkmalwürdigen Baudenkmälern. Um einige davon zu nennen sei der prächtige „Akanthus-Hochaltar” in der Friedhofskirche von Hirschau, die wechselvolle Geschichte der Burg Wernberg und der Burg Leuchtenberg, der „kalte Baum”, die Pfalzgrafenstadt Vohenstrauß, Pleystein mit seinem Rosenquarzfelsen in Ortsmitte, Fahrenberg, der Grenzort Waidhaus und dann auf der tschechischen Seite Rozvadov, Primda und Bor genannt. Gerade zu Bor verbinden sich viele interessante Begebenheiten, denn es ist die Partnergemeinde von Wernberg-Köblitz. An erster Stelle ist wohl der leider zu früh verstorbene Pfarrer Born zu nennen, der die Renovierung der prächtigen Pfarrkirche von Bor und die Sommerkonzerte organisierte. Weitere bemerkenswerte Details aus der Grenzregion konnten bei diesem Vortrag erfahren werden z.B. wie es zur Ansiedlung der Deutschen in Böhmen kam, dann die Bildung der tschechischen Republik, der Einmarsch ins Sudetenland, die Vertreibung nach dem zweiten Weltkrieg, der Kommunismus und das Ende 1989, sowie das vereinte Europa mit offenen Grenzen. Eine sehr bewegte Geschichte in unserer nahen Grezregion. Zum Schluss war es möglich die Publikationen des Autors zu erwerben.