Musikalische Vesper zu Ehren des Heiligen Wolfgang in Wiesau
Ein besonderer Genuss erwartete die Besucher am Sonntag, 17. November, in der Pfarrkirche St. Michael Wiesau: In einer Vesper gedachte die Pfarrei des Diözesanpatrons, des Heiligen Wolfgangs, der vor 1.100 Jahren geboren worden war. Dazu fanden sich erstmalig der Kirchenchor Wiesau, der Festtagschor Wunsiedel, die Streichhölzer Wunsiedel (unterstützt durch Irmgard Strößenreuther), die Bläser Bernadette Oppl (Flöte), Markus Krisch (Oboe), Christina Stöckl und Michael Philip (Trompeten) zusammen. Die Truhenorgel (von der Pfarrei Mitterteich zur Verfügung gestellt) spielte der Wiesauer Chorleiter Jakob Schröder, der auch die Einstudierung seines Chores vorgenommen hatte. Der Regionalkantor der Dekanate Tirschenreuth und Wunsiedel, Stephan Merkes, hatte die musikalische Leitung inne. Mit hoher Präzision und Ausdruckskraft dirigierte er Chor und Orchester. Des Weiteren übernahm er mit sonorer Stimme den Kantorenpart. Zu den Chor- und Instrumentalstimmen gesellten sich die Solistinnen Beate Zehrer und Barbara Riedel. Sowohl der Soloals auch der Chorgesang verschmolzen harmonisch mit den Klängen des Orchesters und sorgten für ein bewegendes musikalisches Erlebnis. Auch für die Gemeinde war Raum zum Mittun: Der Hymnus zu Beginn „Pilger sind wir Menschen” – trefflich ausgewählt – ließ gleich eine große Festlichkeit aufscheinen: Das Lied ist über „Pomp and Circumstance” (einer Melodie von Edward Elgar) getextet und fand seinen Niederschlag im Gotteslob der Berliner Diözese. Den Höhepunkt der Vesper bildete das „Magnificat” in einer Vertonung von Johann Baptist Sternkopf (1753–1817) für 2 Trompeten, Streicher, Solisten und Chor. In fast schon heiterer Manier lässt Sternkopf die Jungfrau Maria ihr „Ja” sagen, der Wechsel zwischen kräftigen Chorpassagen und zierlichen Solostellen machte die Vertonung kurzweilig. Das gegen Ende der Vesper gesungene mächtige Wolfgangslied „Heiliger Wolfgang, lehre uns glauben” stammt aus der Feder von Regionalkantor Merkes, der Text hierzu wurde von Barbara Riedel verfasst. Pfarrer Nees bereicherte den geistlichen Rahmen der Veranstaltung durch seine Ansprache über das Leben des Heiligen Wolfgang. Die Vesper mit ihrer Mischung aus feierlichen Chorstücken, Instrumentalmusik und den Solodarbietungen bot eine stimmungsvolle Verbindung von liturgischer Tiefe und musikalischem Glanz und hinterließ bei den erfreulich vielen Zuhörern einen bleibenden Eindruck: Sowohl die vereinten Chöre von Wiesau und Wunsiedel als auch die durch Bläser ergänzten Streichhölzer überzeugten durch ihre musikalische Sprache und die spürbare Freude am Musizieren.