Die Kinder der Mittelschule Tirschenreuth und Grundschule Úšovice mit ihren gebastelten Papierkrippen nach Maurus Fuchs. (Bild: Stefanie Schreiner)

Maler ohne Grenzen: Kinder entdecken Maurus Fuchs

Deutsch, Tschechisch, Englisch oder mit Händen und Füßen: Bei der Begegnung von deutschen und tschechischen Schulklassen gelang die Völkerverständigung hervorragend. Im Rahmen eines EU-Interreg-Projekts, gemanagt durch die Euregio Egrensis, brachten das MuseumsQuartier Tirschenreuth und die Hroznata-Akademie im Kloster Teplá deutschen und tschechischen Schülern kürzlich den Kirchenmaler Maurus Fuchs näher. Geboren in Tirschenreuth Der Künstler wurde Ende des 18. Jahrhunderts in Tirschenreuth geboren und schuf auch im Kloster Teplá beeindruckende Werke. Damit eignet er sich bestens, um als Bindeglied zwischen Bayern und Böhmen Kindern einen Blick ins Nachbarland zu ermöglichen und dessen Bewohner und deren Gepflogenheiten kennenzulernen. Bei einer ersten Runde traf die Klasse 5a der Mittelschule Tirschenreuth mit Klassenleiterin Beate Wettinger auf die Klasse 3a der Základní škola (Grundschule) Úšovice im Kloster Teplá. Die Mitarbeiterinnen und Leiterin der Hroznata-Akademie, Kamila Kozaková, nahmen die Klassen in Empfang. Nach einer Brotzeit und einer Einführung zum Kloster Teplá im Oratorium flitzten die Kinder in deutsch-tschechischen Teams bei einer Schnitzeljagd durch das Kloster und erkundeten so die Werke von Maurus Fuchs in Teplá. Gestaltung einer Maurus-Fuchs-Krippe Zwei Wochen später stand der Besuch der beiden Klassen im MuseumsQuartier Tirschenreuth auf dem Plan. Dort kamen sie sich nach einer Brotzeit bei einem Sprachanimationsspiel mit den beiden Übersetzerinnen und Sprachanimateurinnen von Tandem Regensburg, Eva Raymond und Katerina Krausová, erneut näher. Danach erklärten Maurus-Fuchs-Expertin Ingrid Leser und die zertifizierte Gästeführerin Cornelia Stahl bei einer Krippenführung die Papierkrippe von Maurus Fuchs und die Tirschenreuther Krippentradition. Der andere Teil der Kinder bewunderte derweil die Fische in den Großaquarien des Museums. Schließlich ging es an die Umsetzung des Gelernten. Die Kinder durften zusammen Malvorlagen der Krippenfreunde Tirschenreuth im Stil von Maurus Fuchs ausmalen und zu einer gemeinsamen Krippe vereinen. Jede Klasse konnte am Ende eine Krippe mit nach Hause nehmen. Als Erinnerung gab es außerdem Taschen mit Stiften und Blöcken des MuseumsQuartiers sowie Flyer und Infomaterial zu Ausflugstipps in Bayern und Tschechien. Bei der zweiten Runde des Projekts trafen sich die Klasse 3a der Grundschule Plößberg mit Klassenleiterin Diana Dippel und Schüler der Klassen 4 und 5 der Základní škola (Grundschule) Toužim zunächst im Kloster Teplá zur Schnitzeljagd und schließlich zum Krippenbasteln im MuseumsQuartier. Interreg-Förderung machte Projekt möglich Museumsleiterin Birgit Plößner und Kamila Kozaková, Leiterin der Hroznata-Akademie im Kloster Teplá, sind dankbar für die Förderung über den Kleinprojektefonds der Euregio Egrensis, ohne die das Projekt nur schwer umsetzbar wäre: „Die Durchführung des Projekts ist nicht selbstverständlich, da damit Kosten für Busse, Verpflegung, Übersetzer, Führungen und Material verbunden sind. Deshalb freuen wir uns sehr über die Interreg-Förderung der Europäischen Union über den Kleinprojektefonds”, so Kozaková. Weiterhin zogen die beiden das Resümee, dass sich alle Beteiligten über den gelungenen grenzüberschreitenden Austausch sehr freuen. Plößner hofft, dass die Kinder die Berührungsängste zum Nachbarland verloren haben und künftig öfter Ausflüge mit der Familie über die Grenze machen. Durch das Projekt und die Zusammenarbeit im Vorfeld und bei den Aktionstagen mit den Kolleginnen der Hroznata-Akademie Teplá profitierten nicht nur die Kinder, auch das MQ-Team und die Mitarbeiterinnen der Hroznata-Akademie konnten viele neue Erkenntnisse zu Maurus Fuchs und positive Erfahrungen zu grenzübergreifender Zusammenarbeit gewinnen. Das Projekt wird ermöglicht durch die Förderung des Kleinprojektefonds Interreg Bayern–Tschechien der Europäischen Union über die Euregio Egrensis.
Rektor Jürgen Bayer (von links) mit den Jahrgangsbesten Adriana Münsterer, Tom Schwarzer, Franziska Adam, Isabella Wettinger, Alexander Gmeiner und Vanessa Fleischmann sowie Bürgermeister Franz Stahl. (Bild: Cornelia Heller-Trinks/exb)

Mittelschule Tirschenreuth verabschiedet Abschlussschüler

Vor Kurzem wurde es laut einer Mitteilung an der Johann-Andreas-Schmeller Mittelschule feierlich: Nach einem ökumenischen Gottesdienst in der Stadtkirche Tirschenreuth, gestaltet von Stadtpfarrer Georg Flierl und Pfarrerin Dr. Stefanie Schön, ging es in die Aula der Mittelschule. Die Abschlussschülerinnen und -schüler der 9. und 10. Klassen sowie erstmals auch Schülerinnen und Schüler der Praxisklasse bekamen an diesem Abend im Beisein zahlreicher Ehrengäste, Eltern und Lehrer in der Aula der Mittelschule ihre Abschlusszeugnisse. Stadtpfarrer Flierl und Bürgermeister Franz Stahl lobten die erbrachten Leistungen und betonten die großen Chancen, die nun vor den Absolventen liegen. Wichtig seien mündige junge Menschen, die sich mit der Gesellschaft auseinandersetzen. Schulleiter Jürgen Bayer nahm den vitruvianischen Menschen von Da Vinci genauer unter die Lupe und forderte die jungen Erwachsenen auf, mit offenen Augen durchs Leben zu gehen, auch mal die Beine in die Hand zu nehmen und auch zu geben sowie das Herz am rechten Fleck zu tragen. Die Schülerreden hielten jeweils Schüler der 9. und 10. Klassen. Die Klassenleiter Sebastian Bürger und Mario Fischer gaben einen kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr und auf immer fokussiertere Schüler, die im Laufe des Jahres noch mehr gereift seien. Auch Martin Hager verabschiedete seine Schützlinge aus der Praxisklasse.
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