1972 wurde das beheizte Freibad, das heutige Naturerlebnisbad im Kemnather Land, eingeweiht. Ohne Wasserwacht wäre dies nicht möglich gewesen. Die Rettungsschwimmer sorgten ab der ersten Stunde für die Sicherheit der Badegäste, belebten die Einrichtung mit Veranstaltungen und leisteten daneben freiwillig Arbeitsstunden. Ihr Dienst trat in den letzten Jahren stark in den Hintergrund und ist kaum mehr gefragt.
Die Sicherheit für bis zu 5000 Badegäste an einem Tag garantierten damals die Rettungsschwimmer. Heute ist ihr freiwilliger Dienst in den Hintergrund des Badebetriebs getreten, nicht weil sich die Zahl der Badegäste mehr als halbierte, sondern weil bezahlte Kräfte für die Badeaufsicht verantwortlich sind.
Bei der Jahreshauptversammlung stellte sich deshalb die Frage über die Zukunft der Ortsgruppe. Hoffnungsschimmer dazu gibt die Bestätigung der Vorstandschaft bei den durchgeführten Neuwahlen am vergangenen Sonntag. So stehen für die kommenden vier Jahre Vorsitzende Michaela Wirner, Schriftführer Michael Zimmerer jun., Kassenführer Markus Lautner und Technischer Leiter Markus Zeitler zusammen mit den Beisitzern Günther Thätz und Josef Ditschek an der Spitze der Rettungsschwimmer.
Zur Versammlung im Wasserwachtraum des Naturerlebnisbades begrüßte Michaela Wirner Bürgermeister Thomas Kaufmann und für den Kreisverband Peggy Mothes-Bayerl. Offen sprach Michaela Wirner im Rückblick der abgelaufenen Saison die Dinge an, die sie als unerfreulich betrachtete. Dies war an erster Stelle die Tatsache, dass alle aktiven Mitglieder, auch wenn sie Wachstunden leisten, Eintritt in das Bad bezahlen müssen. Die Ortsgruppe erstattet diese wieder auf Antrag. Dazu wurde vorgetragen, in anderen Bädern freien oder vergünstigten Eintritt bei Vorlage des Wasserwachtausweises zu genießen.
Von einem „komischen Gefühl“ bei den Rettungsschwimmern sprach Vorsitzende Wirner, wenn diese neben zwei bis drei bezahlten Badeaufsichten ihren freiwilligen Dienst leisten. Ein weiterer Kritikpunkt waren fehlende Aktionen im Bad. Aufgrund der Witterung fiel der geplante „Tag der offenen Tür“ aus. Mit einer Grillstation war die Ortsgruppe betraut. Auf 120 Paar Bratwürste blieb sie sitzen. Der Alternativtermin fiel ebenso ins Wasser wie das im August vorgesehene Mondscheinschwimmen. Die eingefrorenen Würstchen konnten nur peu á peu beim Ferienprogramm, bei der eigenen Bratwurstparty oder als Bratwurstpfanne bei den Monatsversammlungen verzehrt werden.
Enttäuscht war Vorsitzende Michaela Wirner zudem von der vergessenen Ehrung der Gründungsmitglieder Johann Stiegler und Michael Zimmerer (sen.) beim diesjährigen Neujahrsempfang. Das Ehrenamt stand im Mittelpunkt. Die Leistungen der beiden Gründungsmitglieder sollten bereits beim Neujahrsempfang 2024 gewürdigt werden. Diese wurde jedoch zurückgestellt. Grund war, die Ehrungen von Feuerwehrdienstleistenden wurden honoriert. Von Seiten der Gemeinde wurde jedoch signalisiert, der eingereichte Antrag müsse nicht wiederholt werden und sei gespeichert. Allerdings blieb die Ehrung aus. Bürgermeister Thomas Kaufmann entschuldigte sich für den untergegangenen Antrag und versprach den Vorgang zu prüfen.
Enttäuschung sprach die wiedergewählte Vorsitzende auch über die Art und Weise des Umgangs mit der Wasserwacht aus. Sie bemängelte die Zusammenarbeit mit dem Geschäftsführer und die erfahrene geringe Wertschätzung. Insgesamt stellte einen Verlust der Freude und der Motivation bei den Mitgliedern fest.
Ein negatives Bild gab auch der Blick in die Kasse. Markus Lautner verzeichnete ein Minus von fast eintausend Euro, verursacht von den Ausgaben für die Bratwürste, ausgebliebene Zuschüsse und der Abführung an den Kreisverband. „Sind wir froh, dass wir die letzten 53 Jahre gut gewirtschaftet haben“, fasste Lautner zusammen.
Bürgermeister Thomas Kaufmann dankte der Ortsgruppe für ihren Einsatz, bedauerte gleichzeitig, wenn es zu Missverständnissen gekommen ist und war sichtlich auf eine weiter gute Zusammenarbeit bestrebt. Nach seinen Worten erfordert es die Rechtslage, aus haftungsrechtlichen Gründen bezahlte Mitarbeiter für die Badeaufsicht zu beschäftigen. Den Wunsch sprach ebenso Peggy Mothes-Bayerl für den Kreisverband aus.
Ein klares Wort sprach das Gründungsmitglied Johann Stiegler aus als er sagte: „Ich habe zurzeit den Eindruck, dass man uns nicht mehr haben will. Es wäre sinnvoll auf den Dienst zu verzichten.“ Um der Überalterung entgegenzuwirken fordert Martin Schmid die Nachwuchsarbeit wieder anzukurbeln. An die Rettung des Freibades durch die Initiative-Schwimmbad-Immenreuth (ISI) erinnerte Markus Lautner. Er frischte gleichzeitig die vielen gemeinsamen freiwilligen Arbeitsstunden für das Bad auf.